Syrien Frankreich bombardiert IS-Ausbildungslager

Frankreichs Luftwaffe hat am Sonntagmorgen ein Ausbildungslager der extremistischen Miliz "Islamischer Staat" in Syrien angegriffen. Präsident Hollande hält weitere Luftangriffe in den kommenden Wochen für möglich.

Französischer Rafale-Kampfjet (auf einer Luftwaffenbasis in den Vereinigten Arabischen Emiraten): Erste Luftschläge gegen IS in Syrien
AFP PHOTO / ECPAD

Französischer Rafale-Kampfjet (auf einer Luftwaffenbasis in den Vereinigten Arabischen Emiraten): Erste Luftschläge gegen IS in Syrien


Ein Ausbildungslager der Terrormiliz "Islamischer Staat" in Syrien ist zum Ziel von Luftangriffen französischer Militärflugzeuge geworden. Der französische Präsident François Hollande sagte vor Journalisten im Uno-Hauptquartier in New York, sechs Kampfflugzeuge hätten ihre Ziele zerstört. Das Ausbildungslager in der Nähe des Ortes Deir al-Sor habe die Sicherheit Frankreichs bedroht. Es habe keine zivilen Opfer gegeben.

Die von den USA angeführte Koalition führte einer Stellungnahme der Combined Joint Task Force zufolge ihrerseits Luftschläge auf IS-Stellungen im Irak und Syrien durch. Am Samstag seien 20 Ziele im Irak und drei in Syrien bombardiert worden. Im Irak wurden unter anderem Stellungen in der Nähe der Stadt Hit attackiert, in Syrien wurden der Mitteilung zufolge Stellungen nahe Al Hasakah, Abu Kamal und Mar'a angegriffen.

François Hollande schloss weitere Luftangriffe durch französische Flugzeuge in Syrien nicht aus. "In den kommenden Wochen" könne es weitere Attacken geben, sagte Hollande. Das Präsidialamt in Paris hatte erst wenige Stunden zuvor erste Angriffe französischer Kampfflugzeuge auf IS-Stellungen bekannt gegeben. Hollande hatte Anfang September die Aufnahme von Aufklärungsflügen angekündigt, um Luftangriffe auf die Dschihadisten in Syrien vorzubereiten. Französische Kampfflugzeuge sind auf einer Basis in den Vereinigten Arabischen Emiraten stationiert, kürzlich wurden weitere Jets nach Jordanien verlegt.

Auch mit Assad sprechen?

Von Gesprächen über die Beendigung des Bürgerkriegs in Syrien solle "niemand ausgeschlossen" werden, sagte Hollande. Präsident Baschar al-Assad könne aber in Zukunft keine Rolle mehr spielen. Über die Rolle Assads bei einem möglichen Vorstoß zur Beilegung des Konfliktes in Syrien wird derzeit international debattiert.

Vor dem Beginn der UN-Generaldebatte in New York gab es auf diplomatischer Ebene intensive Gespräche über eine politische Lösung des Konflikts. Der russische Präsident Wladimir Putin will in New York die Ausweitung des militärischen Engagements Russlands in Syrien erklären. Die USA planen offenbar ihrerseits eine erneute internationale Anstrengung, um den Konflikt endlich beizulegen.

In dem seit mehr als vier Jahren andauernden Bürgerkrieg in Syrien wurden bisher mehr als 240.000 Menschen getötet. Etwa vier Millionen Menschen wurden zur Flucht ins Ausland getrieben, weitere 7,6 Millionen sind im eigenen Land auf der Flucht.

Während der Westen auf eine Ablösung Assads dringt, ist Russland einer der wichtigsten Verbündeten des syrischen Machthabers. Der IS hatte Mitte vergangenen Jahres seinen Eroberungszug begonnen und beherrscht inzwischen weite Regionen Syriens und des Irak.

cis/dpa/AFP/Reuters

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insgesamt 72 Beiträge
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Pfaffenwinkel 27.09.2015
1. Sollten die Großmächte
vereint gegen den IS vorgehen und einer auch endlich mit Bodentruppen kämpfen, müsse man mit dieser mittelalterlichen Mörderbande doch fertig werden.
eternalchii 27.09.2015
2.
Zitat von Pfaffenwinkelvereint gegen den IS vorgehen und einer auch endlich mit Bodentruppen kämpfen, müsse man mit dieser mittelalterlichen Mörderbande doch fertig werden.
Und während die dabei sind, können sie auch noch schnell den Massenmörderer Assad und seine Erfüllungsgehilfen vor Gericht zerren, dann hat das Land vielleicht eine Chance.
zardoz77 27.09.2015
3. Assad
90% der Menschen fliehen doch vor Assad. Und Russland hat diesen Clan seit Jahrzehnten gestützt und stark gemacht. Russland ist nicht die Lösung, sondern das Hauptproblem in der Region.
Eckensteher 27.09.2015
4.
Danke, schade dass Deutschland sich mal wieder raushält
vitalik 27.09.2015
5.
Zitat von zardoz7790% der Menschen fliehen doch vor Assad. Und Russland hat diesen Clan seit Jahrzehnten gestützt und stark gemacht. Russland ist nicht die Lösung, sondern das Hauptproblem in der Region.
Also lassen wir es so, wie es bisher lief und warten bis der Allmächtige die Situation löst? Fakt ist doch, dass nun seit Jahren endlich Bewegung ins Spiel kommt. Bisher ist zwar nicht Konkretes viel passiert, aber dass die Parteien nun Gesprächsbereitsschaft signalisieren ist mehr als die letzten 4 Jahre passiert ist. Leute, wie Sie wollen immer eine endgültige Lösen mit alle Ihren Vorstellungen: Assad weg, IS tot, Syrien befreit, Demokratie für alle. Irgendwann mal muss man aber erkennen, dass nicht alle Wünsche erreicht werden können und man realistische und umsetzbare Ziele setzen muss.
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