Türkische Militäroperation in Syrien Frankreich fordert Sitzung des Uno-Sicherheitsrats

Mit Luftschlägen hat die Türkei eine Offensive gegen kurdische Truppen im Nordwesten Syriens begonnen. Frankreich setzt sich nun für ein Ende der Gewalt ein. Auch Iran fordert eine umgehende Einstellung der Angriffe.

Türkischer Panzer in der Nähe der syrischen Grenze
AFP

Türkischer Panzer in der Nähe der syrischen Grenze


Angesichts der türkischen Militäroperation gegen kurdische Milizen in Syrien hat Frankreich eine Sondersitzung des Uno-Sicherheitsrats gefordert. Außenminister Jean-Yves Le Drian schrieb auf Twitter, er habe mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu gesprochen und einen umfassenden Waffenstillstand und bedingungslosen Zugang für humanitäre Hilfe gefordert. "Syrien: Ghouta, Idlib, Afrin - Frankreich fordert ein dringendes Treffen des Uno-Sicherheitsrates", schrieb Le Drian.

Im von Rebellen kontrollierten Ost-Ghouta in der Nähe von Damaskus starben nach UN-Angaben Dutzende Zivilisten seit Jahresbeginn durch Luftangriffe der Regierung. Regierungstruppen drangen auch trotz einer von Russland, der Türkei und dem Iran ausgehandelten Deeskalationszone weit in die von extremistischen Rebellen dominierte Provinz Idlib ein. Türkische Truppen kämpfen zudem in der Nähe der von Kurden kontrollierten Region Afrin.

Die Türkei hatte am Samstag mit Luftschlägen eine groß angelegte Offensive gegen kurdische Truppen im Nordwesten Syriens begonnen. Die "Operation Olivenzweig" zielt auf die mit den USA verbündeten kurdischen Volksschutzeinheiten YPG.

Auch der Iran hat eine umgehende Einstellung der türkischen Angriffe auf kurdische Truppen im Nordwesten Syriens gefordert. "Der Iran ist sehr besorgt (...) Diese Operationen in Afrin könnten verheerende Auswirkungen haben und sollten daher umgehend eingestellt werden", sagte Außenamtssprecher Bahram Ghassemi. Inbesondere könne dieser neue Konflikt die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien erneut stärken, so der Sprecher in einer Presseerklärung.

Laut Ghassemi sollte die türkische Regierung ihre bis jetzt konstruktive Rolle für eine politische Lösung des Syrien-Konflikts weiterführen und sich an die Abmachungen der Friedensverhandlungen von Astana halten. Außerdem sollte Ankara sowohl die territoriale Integrität Syriens als auch die legitime Regierung in Damaskus respektieren. Neue Spannungen an der türkisch-syrischen Grenze würden erneut das Leben unschuldiger Menschen kosten.

bam/dpa



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