Neuer Anlauf Syrien-Friedensgespräche sollen am 7. März weitergehen

In Syrien ist eine Feuerpause in Kraft getreten. Wird sie eingehalten, sollen die abgebrochenen Friedensgespräche im März wieder aufgenommen werden.

Der Uno-Sicherheitsrat verabschiedet einstimmig eine Resolution, die die Waffenruhe in Syrien begrüßt und unterstützt
REUTERS

Der Uno-Sicherheitsrat verabschiedet einstimmig eine Resolution, die die Waffenruhe in Syrien begrüßt und unterstützt


Nach fast fünf Jahren Bürgerkrieg ist in Syrien um Mitternacht Ortszeit (23 Uhr MEZ) eine Waffenruhe in Kraft getreten. Die USA und Russland hatten sich Anfang der Woche auf die Feuerpause geeinigt. Die Regierung von Präsident Assad, das Hohe Verhandlungskomitee der Regimegegner und rund 100 Milizen haben der Waffenruhe zugestimmt. Ausgenommen von ihr sind die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und die al-Nusra-Front, Ableger des Terrornetzwerks al-Qaida.

Die Waffenruhe soll den Weg ebnen für die Wiederaufnahme der Friedensgespräche am 7. März. Diese waren Anfang Februar nach wenigen Tagen abgebrochen worden. Das Datum für einen neuen Anlauf teilte Uno-Sondervermittler Staffan de Mistura am Freitag dem Weltsicherheitsrat mit. Bedingung sei allerdings, dass die Waffenruhe weitgehend eingehalten werde.

Das syrische Regime und sein Verbündeter Russland hatten in den Stunden vor Beginn der Feuerpause ihre Luftangriffe auf die Rebellen massiv verstärkt. Kampfflugzeuge beider Länder flogen am Freitag in mehreren Provinzen des Landes Dutzende Angriffe. Syriens Militär setzte dabei erneut international geächtete Fassbomben ein, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete. Die meisten Angriffe seien gegen Aleppo und Homs gerichtet gewesen, hieß es.

Die Waffenruhe wird nach Erwartungen des russischen Militärs nur in sechs sehr kleinen Gebieten Syriens gelten. Experten des kritischen Moskauer Internetportals Conflict Intelligence Team bezogen sich auf ein Video des russischen Verteidigungsministeriums vom Mittwoch, in dem die entsprechende Karte eingeblendet wurde.

In den Tagen vor dem Beginn der Feuerpause gab es massive Zweifel, ob die Waffenruhe hält. Regimegegner äußerten die Befürchtung, das Regime und seine Verbündeten könnten Angriffe auf Terrorgruppen nutzen, um gegen moderatere Milizen vorzugehen. Syrien und Russland hatten angekündigt, den IS und die al-Nusra-Front weiter zu bekämpfen. Mehrere Milizen haben ihre Stellungen in der Nähe der al-Nusra-Kämpfer.

mka/dpa

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robert_orlov 26.02.2016
1. Syrien-Friedensgespräche
Wirklich gesund und in der Tat, in der Tat, eine moderate Opposition zahlreiche Repräsentanten der syrischen Gemeinschaft (meist Sunniten) waren, die wirklich die offizielle Opposition gegen Damaskus waren, aber stark anderer Meinung mit den Terror Methoden des Kampfes gegen radikale Islamisten. Diese Clans, geführt von ihrem Stammesführer - Sheikh - waren auch bewaffnet, aber sie hatten oft zu kämpfen und zu verteidigen, ihre Enklaven gegen Angriffe ist nicht so sehr die Regierungstruppen, sondern auf Erfrierungen Dschihadisten aller Couleur. Aber die "moderate moderater" Freie Syrische Armee nicht beigetreten, den Waffenstillstand. Nun, wer würde, wie sie sagen, konnte sehen, ... Offensichtlich tun sie nicht. Sie sind schon "frei". Von allen. Auch von den gesunden Menschenverstand. Um so schlimmer für sie.
joG 27.02.2016
2. Die russische Verhandlungsstrategie.....
....kennen wir aus der Ukraine. Es wäre sehr merkwürdig, wenn dieser Waffenstillstand jetzt schon hält.
Theodoro911 27.02.2016
3. Was man auf einmal erfahren kann
"Mehrere Milizen haben ihre Stellungen in der Nähe der Al-Nusra-Kämpfer." Da wird auf einmal das grosse Hemdenwechseln anfangen und schon ist Al Nusra weg und lauter selbstverständlich "ganz friedfertige" Regimegener sitzen in ihren Stellungen. Mal sehen ob der hübsche Plan funktioniert.
Wolfgang Heubach 27.02.2016
4. Im Interesse der Menschen jede Chance nutzen
Im Interesse der Menschen muss jede Chance, und sei sie noch so winzig, genutzt werden, um diesen Krieg zu beenden. Mit der Waffenruhe ist ein erster, kleiner Schritt getan. Doch es liegen noch viele riesige Stolpersteine bis zu einem Frieden auf dem Weg. Nicht nur allein Russland trägt auf diesem Weg eine besondere Verantwortung, sondern auch die Vereinigten Staaten mit ihren Verbündeten Türkei und Saudi-Arabien sowie die Bundesrepublik Deutschland.
SichtausChina 27.02.2016
5. ...mit Hauptsitz in Saudi Arabien
Ein Zusammenschluss von Rebellengruppen mit Hauptsitz bei den Hauptsponsoren von Al Qaida und Al Nusra: Saudi Arabien. Die müssen ja gemäßigt sein. Frage mich was passiert, wenn die Kurden weitere Gebiete vom IS erobern, wird die Türkei den Finger vom Abzug lassen können? Aber ja, die Bösen sind ja einzig die Russen, da ist es ja auch OK wenn die USA mal eben Interkontinentalraketen abfeuern, nur so zur präventiven Provokation...
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