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22. Januar 2014, 09:55 Uhr

Montreux

Syrien-Friedenskonferenz gestartet - Diplomaten skeptisch

Nach der Posse um die Teilnahme Irans hat die Friedenskonferenz für Syrien begonnen. Westliche Diplomaten gaben sich skeptisch - vor dem Konferenzgebäude demonstrierten Assad-Anhänger.

Montreux - Im schweizerischen Montreux hat am Mittwochmorgen die Friedenskonferenz für Syrien begonnen. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte zum Auftakt, die Konfliktparteien in Syrien könnten bei dem Treffen "einen neuen Anfang" bei der Suche nach einer Lösung für den blutigen Konflikt wagen. Er forderte, dass internationale Helfer uneingeschränkten Zugang zu den notleidenden Gebieten bekommen.

Neben Abgesandten der syrischen Regierung und der Opposition nehmen auch Vertreter von rund 40 Ländern und regionalen Staatenbünden an den Gesprächen teil. Sie sollen ein Ende des Bürgerkriegs ermöglichen. Ab Freitag sind direkte Verhandlungen zwischen dem Regime und der Opposition geplant. Sie sollen einen Waffenstillstand und die Bildung einer Übergangsregierung vereinbaren. Diplomaten erwarten allerdings keine schnellen Erfolge.

Die Konferenz hatte bis zuletzt auf der Kippe gestanden. Ban lud am Wochenende überraschend Iran ein, machte dies aber nach Boykottdrohungen der syrischen Opposition kurz darauf wieder rückgängig.

Irans Präsident Hassan Rohani äußerte am Mittwoch Zweifel am Erfolg der Konferenz. "Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass wir keine allzu großen Hoffnungen haben können, dass die Genf II-Konferenz eine Lösung für die Probleme der syrischen Bevölkerung und den Kampf gegen den Terrorismus finden wird", sagte Rohani vor der Abreise zum Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos. Teheran unterstützt im syrischen Bürgerkrieg die Regierung.

Steinmeier und Kerry skeptisch

Auch westliche Diplomaten dämpften die Erwartungen. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte: "Wunder wird es am heutigen Tage nicht geben. Aber dass gesprochen wird, ist wichtig genug." Ziel sei, jetzt zumindest einen "Einstieg in humanitäre Lösungen" zu bekommen.

US-Außenminister John Kerry betonte vor Beginn, es gehe bei diesen Verhandlungen nicht nur um humanitäre Fragen und lokale Waffenstillstandsvereinbarungen, sondern um eine umfassende Friedenslösung. Mehrere hundert Anhänger von Präsident Baschar al-Assad demonstrierten vor dem Konferenzgebäude. Sie riefen: "Mit unserer Seele und unserem Blut verteidigen wir dich, oh Baschar."

In Syrien herrscht seit 2011 Bürgerkrieg. Mehr als 130.000 Menschen wurden getötet. Tausende gelten als vermisst. Assad hat alle Rücktrittsforderungen bislang zurückgewiesen. Er nimmt an den Verhandlungen nicht teil.

fab/AFP/dpa

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