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Iran-Ausladung bei Syrien-Konferenz: Lawrow bleibt cool

Russlands Außenminister Lawrow: "Es ist keine Katastrophe" Zur Großansicht
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Russlands Außenminister Lawrow: "Es ist keine Katastrophe"

Russland reagiert überraschend milde auf das diplomatische Hin und Her um die Syrien-Friedenskonferenz. Außenminister Lawrow nennt die Ausladung Irans zwar einen Fehler - eine Katastrophe sei sie aber nicht. Die Regierung in Teheran zeigt sich enttäuscht.

Moskau - Russlands Regierung gibt sich vor Beginn der Syrien-Friedenskonferenz, die am Mittwoch in Montreux beginnt, zurückhaltend. Der russische Außenminister Sergej Lawrow nannte die Ausladung Irans einen "Fehler". "Es ist aber keine Katastrophe", sagte er am Dienstag in Moskau.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte Iran auf Druck der syrischen Opposition und der USA ausgeladen. "Ich bedauere, dass diese ganze Geschichte nicht zur Autorität der Organisation der Vereinten Nationen beiträgt", sagte Lawrow.

Gegen die iranische Teilnahme an der Konferenz hätten sich die Teile der Opposition gewehrt, die einen Regimewechsel in Syrien anstreben, sagte der oberste russische Diplomat. Die russisch-amerikanische Initiative zur Lösung des Konflikts in Syrien sehe aber keine vorherigen Vereinbarungen oder Bedingungen vor. "Iran sollte eine wichtige Rolle spielen", so Lawrow.

Der schiitisch geprägte Iran ist zusammen mit Russland einer der letzten Verbündeten des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad. Teheran unterstützt den Staatschef auch militärisch gegen die Rebellen, die vor allem Sunniten sind. Bei einer Suche nach einem friedlichen Ende des Bürgerkrieges kommt Iran deshalb eine Schlüsselrolle zu.

Iran dementiert Gründe für Ausladung

Die Führung in Teheran reagierte enttäuscht auf die Absage. "Die Ausladung erfolgte wohl unter politischem Druck und war daher ein sehr bedauerlicher und enttäuschender Schritt", sagte Außenamtssprecherin Marsieh Afcham am Dienstag. Iran habe sich nie aufgedrängt, stets einen klaren Standpunkt vertreten und zu keiner Zeit irgendwelche Vorbedingungen akzeptiert. Daher seien auch die Gründe für die Ausladung definitiv andere als die vom Generalsekretär erwähnten, so die Sprecherin.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte nach einem stundenlangen Hin und Her mit der Absage an Iran am Montagabend verhindert, dass die Friedenskonferenz platzt. Er hatte sich damit dem Willen der USA untergeordnet. Zuvor hatte schon Bans Einladung an das iranische Regime für Irritationen gesorgt.

Der Generalsekretär hatte die Ausladung damit begründet, dass Teheran, anders als zunächst angenommen, nicht die Bildung einer Übergangsregierung befürworte. (Lesen Sie hier Bans Erklärung für seinen Sinneswandel im Wortlaut auf Englisch).

Offenbar beugte sich Ban dem Druck der syrischen Opposition. Der Sprecher der oppositionellen Nationalen Syrischen Allianz, Badr Dschamus, hatte gesagt: "Die Teilnahme Irans ist für uns eine rote Linie." Heftige Kritik kam auch aus Washington, ein Sprecher des Außenministeriums in Washington hatte erklärt: "Wir erwarten, dass die Einladung widerrufen wird." Genau so kam es dann auch.

heb/dpa/Reuters

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insgesamt 26 Beiträge
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1. Kein Wunder, daß Lawrow cool bleibt,
vantast64 21.01.2014
Rußland kennt keine Gnade für die leidende Bevölkerung. Und die anderen auch nicht, die Iran nicht dabei haben wollen. Dabei wird es ohne Iran nicht weitergehen. Die Leichen werden sich bei den USA und den Assadgegnern bedanken.
2. die UNO,
RudiLeuchtenbrink 21.01.2014
ist nur eine Interessenvertretung westlicher Staaten. Gegen den Willen der USA kann auch der Rest der Welt nicht ankommen. Trotzdem werden in Syrien die Söldnerbanden verlieren und SA mit den Golfstaaten die "Revolution" in die eigenen Gefilde befördern.
3. .
Christ 32 21.01.2014
Zitat von sysopDPARussland reagiert überraschend milde auf das diplomatische Hin und Her um die Syrien-Friedenskonferenz. Außenminister Lawrow nennt die Ausladung Irans zwar einen Fehler - eine Katastrophe sei dies aber nicht. http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-friedenskonferenz-lawrow-bleibt-trotz-iran-ausladung-cool-a-944623.html
Zitat: "Ich bedauere, dass diese ganze Geschichte nicht zur Autorität der Organisation der Vereinten Nationen beiträgt", sagte Lawrow. dem ist nicht hinzuzufügen, Lawrows Erwartungen sind so niedrig das die Ausladung eines der wichtigsten Akteures für eine Einigung gar nicht mehr ins Gewicht fällt.
4. Offenbar beugte sich Ban dem Druck der syrischen Opposition,
radeberger78 21.01.2014
Zitat von sysopDPARussland reagiert überraschend milde auf das diplomatische Hin und Her um die Syrien-Friedenskonferenz. Außenminister Lawrow nennt die Ausladung Irans zwar einen Fehler - eine Katastrophe sei dies aber nicht. http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-friedenskonferenz-lawrow-bleibt-trotz-iran-ausladung-cool-a-944623.html
Ban beugt sich wohl er den Druck aus Washington, als der Pseudo Exil Regierung Syriens .... die hat eh nichts zu melden. Und ob der Iran da dabei ist oder nicht, ist auch egal, da weder Frankreich, Saudi Arabien und die anderen Freunde Syriens kein Interesse an einer Lösung haben .... Das Morden geht also weiter bis keiner mehr Bock hat in den Krieg zu ziehen.
5. Am besten Russland auch ausladen
puqio 21.01.2014
Warum wird Russland nicht auch gleich ausgeladen, von denen die Initiative zu diesem Treffen überhaupt kam? Wenn nur eine Seite der Kriegsparteien vertreten ist wird man sich viel schneller einig, bzw. man ist sich ja schon einig. Und die Gegenseite wie Iran will man nicht hören. Soll das Morden lustig weitergehen?
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