Syrien OPCW weist Spuren von Chlorgas in Duma nach

Offizielle Zwischenbilanz aus dem syrischen Duma: Bei dem Giftgasanschlag im April soll offenbar Chlorgas eingesetzt worden sein. Das gaben die Chemiewaffenexperten der OPCW in Den Haag bekannt.

Raketenanschlag in Duma im April
DPA

Raketenanschlag in Duma im April


Bei dem mutmaßlichen Giftgasangriff im syrischen Duma wurde offenbar Chlorgas eingesetzt. Das geht aus einem Zwischenbericht der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) hervor, die den mutmaßlichen Giftgasangriff der syrischen Armee untersuchen.

Seit Mitte April sind OPCW-Mitglieder für Untersuchungen in Duma. In dem Vorort von Damaskus waren im April rund 40 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. (Lesen hier mehr über die Hintergründe.)

Spuren von Nervengas hätten die Experten aber nicht gefunden, teilte die OPCW mit. Wann der endgültige Bericht vorgelegt wird, ist noch nicht bekannt. Chlorgas gilt als Kampfstoff, der die Lunge schädigt.

Bereits im Mai hatten die Ermittler den Einsatz von Giftgas bei einem Angriff auf die syrische Stadt Sarakeb am 4. Februar nachgewiesen. Dort soll Chlorgas aus Zylindern freigesetzt worden sein, hieß es laut OPCW.

Für den Westen steht fest, dass Syriens Armee unter Machthaber Baschar al-Assad Chemiewaffen eingesetzt hat. Frankreich erklärte im April, Beweise für den Einsatz zu haben. Auch die USA beschuldigen die Assad-Regierung, für den Angriff verantwortlich zu sein. Syrien und Russland weisen die Vorwürfe dagegen noch immer zurück. Zuletzt hatte Russland sogar infrage gestellt, ob der Angriff überhaupt stattfand.

eaz/dpa



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