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Zusage an Uno: Syriens Regime genehmigt sieben Hilfskonvois in belagerte Städte

Hilfskonvoi bei Damaskus (am Samstag): Eingeschlossene können auf Unterstützung hoffen Zur Großansicht
DPA

Hilfskonvoi bei Damaskus (am Samstag): Eingeschlossene können auf Unterstützung hoffen

Fünf Tage nach dem Syrien-Abkommen von München erlaubt das Regime in Damaskus Hilfslieferungen in eingeschlossene Orte. Die Uno will am Mittwoch testen, ob die syrische Regierung das ernst meint.

Zweimal hat sich der Uno-Sondergesandte Staffan de Mistura in Damaskus mit dem syrischen Außenminister Walid al-Muallim getroffen. Anschließend sagte er: "Es ist klar, dass es die Pflicht der syrischen Regierung ist, der Uno zu gestatten, humanitäre Hilfe zu liefern. Morgen werden wir das testen."

Nach Angaben der Vereinten Nationen hat das Regime von Diktator Baschar al-Assad zugestimmt, dass Hilfskonvois in sieben belagerte Gebiete geliefert werden dürfen. Das Büro des Uno-Nothilfekoordinators teilte mit, dass es sich dabei um die Orte Deir al-Sor, Fua, Kefraja, Madaja, Sabadani, Kafr Batna und Muadamijat al-Scham handele.

"Hilfsorganisationen bereiten die Konvois für diese Gebiete vor, damit sie so schnell wie möglich in den kommenden Tagen starten können", sagte ein Uno-Sprecher.

Doch dass tatsächlich alle Lastwagen mit Hilfsgütern ihre Ziele erreichen, ist mehr als ungewiss. Die Gegend um Deir al-Sor wird zum Beispiel von der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) kontrolliert. Es ist erstens unwahrscheinlich, dass die Dschihadistenmiliz den Konvoi auf sein Gebiet lässt. Und es ist zweitens ungewiss, ob sie die Begleiter der Hilfslieferung unversehrt wieder zurückkehren lässt.

Die Ortschaften Fua und Kefraja werden von der mit al-Qaida verbündeten Terrorgruppe al-Nusra belagert. Auch hier ist unklar, ob die Dschihadisten die Lieferung durchlassen. Vor einigen Tagen hatte die Nusra-Front angekündigt jeden zu töten, der Hilfslieferungen in die mehrheitlich von Schiiten bewohnten Ortschaften ermöglicht.

Bei einer Syrien-Konferenz in München hatten sich unter anderem Russland und die USA darauf verständigt, dass unverzüglich Hilfslieferungen an Menschen in eingeschlossenen Orten ermöglicht werden sollten. Diese kamen jedoch bislang bis auf wenige Ausnahmen nicht zustande.

In den vergangenen Monaten sind unter anderem in dem Bergort Madaja bei Damaskus mehrere Syrer verhungert, weil ihnen das Assad-Regime monatelang Nahrungsmittellieferungen verweigerte. Nach Uno-Angaben gestattete die Regierung 2015 nur rund 10 Prozent aller von den Vereinten Nationen beantragten Hilfskonvois.

syd/Reuters

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Fläche: 185.180 km²

Bevölkerung: 22,265 Mio.

Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

Regierungschef: Wail al-Halki

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