Helfer zum syrischen Bürgerkrieg Das fünfte Jahr ist das bisher schlimmste

Seit fünf Jahren herrscht in Syrien Bürgerkrieg. Und die Lage wird immer dramatischer: Die vergangenen zwölf Monate seien die schlimmsten gewesen, schreiben 30 Hilfsorganisationen.

Syrische Stadt Homs
AP

Syrische Stadt Homs


30 Hilfsorganisationen zeichnen ein düsteres Bild von der Lage in Syrien. In einem gemeinsamen Bericht bezeichnen sie das fünfte Jahr des Bürgerkriegs als das bisher schlimmste seit Ausbruch des Konflikts im März 2011. Die Kriegsparteien hätten weiter verheerende Schäden angerichtet, zunehmend Hilfe blockiert und mehr Regionen unter Blockade gestellt, schreiben die Helfer.

In den vergangenen zwölf Monaten sind demnach mindestens 50.000 Menschen in Syrien getötet und fast eine Million Einwohner in die Flucht getrieben worden. 1,5 Millionen Syrer bräuchten humanitäre Hilfe, mahnen die Organisationen. Zugleich habe sich die Zahl der Menschen in Gebieten unter Blockade nach Uno-Schätzungen auf fast 500.000 verdoppelt, heißt es weiter. Im vergangenen Jahr seien so viele Krankenhäuser wie noch nie angegriffen worden.

Obwohl der Bedarf steige, sei es schwieriger denn je Hilfe zu den Notleidenden zu bringen. Auch wenn nun Hilfskonvois einige belagerte Gebiete erreichen könnten, blieben riesige Landstriche Syriens ohne Unterstützung, da die Hilfsorganisationen von allen Konfliktparteien blockiert, angegriffen oder drangsaliert würden. Eine wesentliche Hürde für die Lieferung von Hilfsgütern seien Luftangriffe Russlands. Diese hätten auch zivile Infrastruktur getroffen und zerstört.

In ihrem Brief rufen die Helfer die USA, Russland, Frankreich und Großbritannien auf, die Waffenruhe zu schützen und nicht weiter "Öl ins Feuer zu gießen". Die Feuerpause sei ein Hoffnungsschimmer, doch dieselben Regierungen, die sich auf internationale Resolutionen geeinigt hätten, heizten den Konflikt weiter an. Zu den Unterzeichnern des Berichts gehören unter anderem Care International, Save the Children, Oxfam International, Syrian American Medical Society (Sams) und der Norwegian Refugee Council (NRC).

Der Aufstand in Syrien hatte im März 2011 mit Demonstrationen gegen das Regime von Machthaber Baschar al-Assad begonnen. Nachdem die Regierung die Proteste mit Gewalt niederschlagen ließ, verwandelte sich der Konflikt nach und nach in einen Bürgerkrieg. Die Uno spricht bislang von mindestens 250.000 Toten. Seit rund zwei Wochen gilt in Syrien eine Waffenruhe, die bislang weitgehend hält. In den kommenden Tagen sollen in Genf die Friedensgespräche wieder aufgenommen werden.

Videochronik: Fünf Jahre Krieg in Syrien

REUTERS

brk/dpa

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