Terror in Syrien IS tötet bei Anschlägen mehr als 200 Menschen

Der "Islamische Staat" hat sein einstiges Herrschaftsgebiet in Syrien fast vollständig verloren. Dennoch bleiben die Dschihadisten aktiv: Bei einer Reihe von Selbstmordanschlägen töteten sie Dutzende Menschen.

Anschlagsort in Suwaida
REUTERS

Anschlagsort in Suwaida


Bei einer Anschlagsserie der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) sind nach Angaben von Aktivisten im Süden Syriens mehr als 200 Menschen getötet worden, darunter mehrere Zivilisten und Sicherheitskräfte der Regierung. Allein in der Stadt Suwaida hätten sich drei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt, teilte die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte* mit.

Der TV-Sender Al-Manar, der von der libanesischen Hisbollah, einem Verbündeten des Assad-Regimes, kontrolliert wird, meldete zunächst mindestens 50 Tote und 78 Verwundete. Der Sender beruft sich auf die Gesundheitsbehörde von Suwaida.

Laut der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana versuchten die Extremisten, die Stadt anzugreifen. Ein Attentäter habe sich auf einem Markt in die Luft gesprengt. Sicherheitskräfte hätten zwei weitere Attentäter verfolgt und diese getötet, ehe sie sich selbst in die Luft gesprengt hätten.

Gefechte sollen andauern

Die syrische Armee und ihre Verbündeten hatten in den vergangenen Wochen den Süden Syriens größtenteils wieder unter Kontrolle gebracht. Sie bekämpfen dort noch einen IS-Ableger, der ein Gebiet an der Grenze zu den von Israel besetzten Golanhöhen kontrolliert. Der IS hat sein früheres Herrschaftsgebiet in Syrien fast vollständig verloren, ist aber noch in einigen wenigen Regionen aktiv.

Golanhöhen

Ein Einwohner Suwaidas sagte laut der Nachrichtenagentur dpa, unter den Menschen in der Stadt herrsche Panik. Andere Augenzeugen berichteten, Explosionen hätten das ganze Gebiet erschüttert.

Nach Angaben der Beobachtungsstelle für Menschenrechte dauern die schweren Gefechte an. Der IS habe im Umland mehrere Dörfer unter Kontrolle gebracht. Unter den Opfern sind demnach mindestens 28 regierungstreue Sicherheitskräfte, außerdem Zivilisten. Auch 16 IS-Anhänger seien getötet worden. Die Beobachtungsstelle teilte mit, insgesamt vier Angreifer hätten ihre Sprengstoffgürtel gezündet.

Video: Krieg im Namen Allahs - Inside IS

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*Die Organisation bezieht ihre Informationen von Aktivisten vor Ort. Für Medien sind sie kaum zu überprüfen, in der Vergangenheit haben sich die Angaben aber als verlässlich erwiesen.

apr/asa/dpa/Reuters/AFP



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