Syrien IS verschleppt 230 Menschen

Kurz nach der Eroberung der strategisch wichtigen Stadt Karjatain in Syrien hat die Terrorgruppe Hunderte Einwohner entführt. Auch Frauen und Kinder sind unter den Gefangenen.


Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) sollen nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte Hunderte Menschen aus der Stadt Karjatain in der Provinz Homs verschleppt haben.

Am Donnerstag hatte der IS die strategisch wichtige Stadt Karjatain eingenommen. Die Stadt ist bedeutsam, da sie an der Verbindungsstraße zwischen dem vom IS kontrollierten Palmyra in Richtung der Landeshauptstadt Damaskus liegt.

Nach der Einnahme von Karjatain hätten die IS-Kämpfer in der Nacht mindestens 230 Menschen in ihre Gewalt gebracht, darunter auch Frauen und Kinder, hieß es vonseiten der Beobachtungsstelle. Einige der Christen seien den Angaben zufolge direkt aus einer Kirche heraus entführt worden.

Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von einem Netzwerk von Ärzten und Aktivisten in Syrien. Die Angaben haben sich in der Vergangenheit als sehr zuverlässig erwiesen, lassen sich aber von unabhängiger Seite kaum überprüfen.

Der IS hat weite Teile Syriens und des Irak unter seine Kontrolle gebracht und dort ein radikalislamisches Kalifat ausgerufen. Im Februar hatten IS-Kämpfer über 200 Menschen aus der Gemeinschaft der assyrischen Christen im Nordosten Syriens verschleppt. Im vergangenen Jahr vertrieb der IS im Nordirak Tausende Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden aus ihren Gebieten.

kry/Reuters

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