Schwere Gefechte in Syrien IS-Kämpfer erobern strategisch wichtigen Flughafen

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" hat den syrischen Militärflughafen Tabka in ihre Gewalt gebracht. Dort befinden sich Kampfflugzeuge, Helikopter, Panzer und Artillerie, die nun den Dschihadisten in die Hände fallen könnten.

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Rakka - Der Militärflughafen Tabka in Syrien ist Kämpfern der IS-Terrormiliz in die Hände gefallen. Nach schweren wochenlangen Gefechten hat die Terrorgruppe den Flughafen in der nordsyrischen Provinz Rakka eingenommen. Es gebe aber weiterhin Gefechte rund um den Flughafen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. In dem Flughafen befänden sich die Leichen Dutzender Soldaten. (Mehr zum "Islamischen Staat" lesen Sie hier im aktuellen SPIEGEL.)

Bei der Eroberung des Flughafens sind Aktivisten zufolge mehr als 500 Menschen ums Leben gekommen. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sagte, es seien 346 Extremisten gestorben. Hunderte weitere seien verletzt worden. Zudem seien mehr als 170 Soldaten der syrischen Armee getötet worden.

Die Einnahme des Flughafens mache Rakka zur ersten Provinz des Landes, die komplett dem "Islamischen Staat" in die Hände gefallen sei, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Der Flughafen ist eine der wichtigsten militärischen Einrichtungen der Region. Unter anderem befinden sich dort Kampfflugzeug-Schwadronen, Helikopter, Panzer, Artillerie und Munition. Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen aus einem Netzwerk von Informanten vor Ort; ihre Angaben können von unabhängiger Seite schwer überprüft werden.

Der Militärflughafen war der letzte Stützpunkt in der Provinz, der noch von der syrischen Armee und damit vom Regime des Präsidenten Baschar al-Assad kontrolliert wurde. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana teilte mit, Regierungstruppen hätten sich "erfolgreich gesammelt", nachdem sie den Flughafen verlassen hätten.

Gebiete unter Kontrolle der Konfliktparteien in Syrien und im Irak. Tabka liegt etwa 25 Kilometer westlich von Rakka am Assad-Stausee.
DER SPIEGEL

Gebiete unter Kontrolle der Konfliktparteien in Syrien und im Irak. Tabka liegt etwa 25 Kilometer westlich von Rakka am Assad-Stausee.

Die IS-Extremisten hatten zuletzt mehrere Armeestützpunkte in der Provinz Rakka unter ihre Kontrolle gebracht. Dabei töteten sie Dutzende Soldaten, von denen viele enthauptet wurden. Laut der Beobachtungsstelle nahmen die Dschihadisten auch mehrere Kontrollpunkte ein. An einem Kontrollpunkt hätten die Extremisten den Kopf eines zuvor enthaupteten Soldaten aufgehängt.

Auch im Irak gingen IS-Kämpfer in die Offensive, wurden aber zurückgeschlagen. Die irakische Armee wehrte einen Großangriff der Terrorgruppe "Islamischer Staat" auf die Erdölraffinerie Baidschi nördlich von Bagdad ab. Am Samstagabend waren die Truppen der Terrormiliz von drei Seiten aus auf die Industrieanlage in Baidschi vorgerückt.

Angegriffene Raffinerie ist größte im Irak

Bei heftigen Kämpfen seien 30 Extremisten umgekommen, sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte am Sonntag. Angaben zu Verlusten der irakischen Armee gab es nicht. Die Extremisten hätten die Anlage aus allen Richtungen attackiert, meldete die Nachrichtenseite al-Mada. Sieben Selbstmordattentäter hätten sich dabei in die Luft gesprengt. Die irakische Armee erhielt demnach Unterstützung von Kampfflugzeugen.

Die Aufständischen versuchen seit Wochen, die wichtige Anlage rund 200 Kilometer nördlich von Bagdad in ihre Gewalt zu bringen. Im Juni war es ihnen gelungen, in den weitläufigen Raffineriekomplex einzudringen. Nach heftigen Kämpfen gelang es den Regierungstruppen jedoch, die Dschihadisten aus der Anlage zu vertreiben.

Die Raffinerie ist die größte im Irak. Vor Beginn der IS-Offensive Anfang Juni wurde dort bis zur Hälfte der irakischen Ölprodukte hergestellt. Auch im Norden ist die Ölproduktion von dem Konflikt betroffen, während im Süden der Betrieb weitgehend ungestört weiterläuft.

Die Dschihadisten des IS kontrollieren seit Monaten Teile Syriens und des Nordirak. Für die von ihr eroberten Regionen rief die IS-Führung ein "Kalifat" aus. Im syrischen Bürgerkrieg kämpft der IS gegen rivalisierende Rebellengruppen sowie gegen die Regierung in Damaskus.

ulz/AFP/dpa/AP

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insgesamt 101 Beiträge
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Seite 1
ratxi 24.08.2014
1.
Wenn die IS den Flughafen ja schon in ihre Gewalt gebracht HAT, warum KÖNNTEN die Waffen dann in IHRE HÄNDE fallen? Wenn sie sie doch nun schon hat?
hirlix 24.08.2014
2.
Bevor so eine Basis in die Hände der Irren fällt, sollte man sie doch mal schnell dem Erdboden gleich machen. Da kann man ruhig auch mit carpet bombing vorgehen.
rant0r 24.08.2014
3.
ich versteh immer noch nicht warum die irakische armee nicht fertig wird mit denen. die haben panzer und schwere waffen. eigentlich sollten sie damit doch alle islamisten binnen stunden töten können.
Big_Jim 24.08.2014
4. Jetzt mal ganz ehrlich:
Man will mir erzählen die USA, die dort unten mit Flugzeugträgern und unzähligen Kampfflugzeugen vertreten sind konnten das nicht verhindern? Trotz Apache Helikopter und Spezialeinheiten? Sorry, ganz ehrlich? Man scheint ein Interesse daran zu haben, dass diese Typen den Irak eben überrennen. Anders kann ich es mir sonst echt nicht erklären!
JKStiller 24.08.2014
5. Warum haben die Syrer
den Flughafen mit allem Kriegsgerät und Munition nicht gesprengt, wenn sie ihn schon nicht halten konnten/wollten? Es gibt in jeder Schlacht eine letzte Rückzugslinie, die, einmal überschritten, die Vernichtung eigener zurück gelassener Waffen per Befehl vorsieht. So kann ich mir nur vorstellen, dass Assad schon einen massiven Gegenangriff vorbereiten lässt und an Rückeroberung glaubt. Alles andere macht militärisch überhaupt keinen Sinn.
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