"Islamischer Staat" Miliz erobert wichtige Militärbasis in Syrien

Die Terrorgruppe "Islamischer Staat" hat in Syrien nach eigenen Angaben eine wichtige Militärstation der Armee überrannt. In dem Lager sollen sich größere Waffenbestände befunden haben.

IS-Dschihadisten: Große Teile der Region um Rakka unter Kontrolle
REUTERS

IS-Dschihadisten: Große Teile der Region um Rakka unter Kontrolle


Damaskus - Es wäre ein Rückschlag für die syrische Armee und ein wichtiger Gewinn für die Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) in Syrien: Die Miliz hat am Freitag mitgeteilt, eine große Militärbasis im Umkreis der Stadt Rakka im Nordosten des Landes eingenommen zu haben. Das berichtet die Nachrichtenseite BBC.

Dem Bericht zufolge veröffentlichten die Dschihadisten Bilder von enthaupteten syrischen Soldaten, die angeblich nach den Kämpfen um das Armeelager aufgenommen worden waren. Der IS hat laut BBC bereits große Teile der Region um Rakka unter seiner Kontrolle.

Die syrische Staatsarmee von Präsident Baschar al-Assad bestätigte zunächst nicht, dass die Milizen die Basis übernommen haben, berichtete jedoch von heftigen Kämpfen.

Den Informationen zufolge griffen die Dschihadisten das Lager in der Nacht zu Freitag zunächst mit zwei Selbstmordattentätern in Autos an. Die Armeebasis war für die Dschihadisten von besonderem Interesse, weil dort größere Mengen Waffen gelagert gewesen sein sollen.

Im syrischen Bürgerkrieg wurden seit März 2011 mehr als 170.000 Menschen getötet. Millionen Syrer sind auf der Flucht. Die Hälfte der Bevölkerung ist laut Uno dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Ausgangspunkt der Kämpfe im Land waren im März 2011 zunächst friedliche Proteste gegen Assad, die in einen blutigen Konflikt mündeten.

kes

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newsoholic 26.07.2014
1. 170000 Tote für den Machtwechsel
Ist dieser von Westen angezettelte Krieg mit dem Endziel des regime change wirklich 170.000 Tote wert? Hätten die CIA die syrische Opposition nicht mit schweren Waffen versorgt, dann gäbe es heute kein ISIS-Problem. Aber es scheint die US-Regierung will ISIS erst stoppen, nachdem die ihren Job in Syrien erledigt haben, nämlich Assad zu stürzen.
friedliche 26.07.2014
2. Die Geister, die ich rief...
Hier braut sich ein Pulverfass zusammen, der einem Angst machen sollte. Schlimm ist, dass es sich um die Folgen der immer wieder zu sehenden Destabilisierungspolitik von außen handelt. Derart extreme Kräfte, die noch dazu gut organisiert und ausgerüstet sind, entstehen nicht spontan und über Nacht. Auch hier darf die Frage nach den Ursachen gestellt werden, leider ähneln sich die Antworten mit denen in anderen Konfliktregionen.
Faceoff 26.07.2014
3. Ende Koexistenz
Zitat von sysopREUTERSDie Terrorgruppe "Islamischer Staat" hat in Syrien nach eigenen Angaben eine größere Militärstation der Armee überrannt. In dem Lager sollen sich größere Waffenbestände befunden haben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-islamischer-staat-erobert-wichtige-militaerbasis-bei-rakka-a-982939.html
Scheint so, als ende nun die bisher weitgehend friedliche Koexistenz zwischen den Assad-Kräften und dem IS. Während beide sich in der Vergangenheit weitgehend in Ruhe gelassen und lieber die weniger radikalen Rebellen bekämpft haben, fallen sie nun gegenseitig übereinander her. Die Wirren in Syrien sind zu einer Auseinandersetzung zwischen 3 mehr oder weniger homogenen Gruppen geworden: 1.) Die Assad-Kräfte + starke Hizbollah-Verbände + iranische "Freiwillige" und "Berater". 2.) Die Steinzeit-Islamisten des IS (Ex-ISIS). 3.) Die äußerst homogene Gruppe der Anti-Assad-Rebellen; Bandbreite von FSA bis Al-Nusra. Die Militärbasis war kein unbedeutender Außenposten, sondern eine der letzten Bastionen von Assad im Osten des Landes. Sie war stark bemannt und gut ausgestattet. Selbst Generäle von Assad sind bei dem Sturm um´s Leben gekommen: http://www.fresnobee.com/2014/07/24/4039171/islamic-state-presses-syria-offensive.html . Mit den nun eroberten Waffen dürfte der IS leider militärisch noch stärker werden. Das nächste Ziel von IS könnte nun der Militärflughafen von Deir-al-Zor werden.
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