Syrien Israel greift offenbar Militäreinrichtung bei Damaskus an

Diesmal lag das Ziel nahe der Hauptstadt: Israel hat wohl erneut Stellungen in Syrien angegriffen. Dabei stand offenbar ein wissenschaftliches Forschungszentrum im Fokus.


Israel hat nach Angaben der Beobachtungsstelle für Menschenrechte eine syrische Militäreinrichtung nordwestlich der Hauptstadt Damaskus angegriffen. Die Raketen seien am späten Montagabend von mutmaßlich israelischen Kriegsflugzeugen abgefeuert worden, teilte die oppositionsnahe Organisation mit. Ein Ziel sei ein wissenschaftliches Forschungszentrum am Stadtrand gewesen.

Die Angaben der Beobachtungsstelle, die sich auf ein Netzwerk von Informanten beruft, können von unabhängiger Seite kaum überprüft werden. In der Vergangenheit haben sie sich aber oft als zuverlässig erwiesen.

Auch die syrische staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete von einem Angriff. Demnach wurden drei Raketen vom Luftabwehrsystem abgefangen. Zeugen sprachen von drei schweren Explosionen und dichtem Rauch über Dschamraja im Westen von Damaskus. Die Forschungseinrichtung des syrischen Militärs, die sich dort befindet, wurde 2013 schon einmal mutmaßlich von Israel angegriffen. Israel äußerte sich nicht zu dem neuesten Vorfall.

Israel hat in der Vergangenheit häufiger Ziele in Syrien angegriffen. Die meisten Einsätze sollen sich gegen die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah gerichtet haben. Sie wird von Iran finanziert und kämpft an der Seite des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

Erst am Samstag hatte das israelische Militär Ziele in Syrien angegriffen. Mehrere Raketen waren demnach von Israel aus auf eine Stellung der syrischen Armee nahe der Hauptstadt Damaskus gefeuert worden. Die Raketen sollen lediglich Sachschaden angerichtet haben. Im September soll es einen israelischen Angriff auf eine mutmaßliche syrische Chemiewaffenfabrik gegeben haben.

aev/dpa/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.