Syrien Israel meldet "ungewöhnliche Aktivitäten" iranischer Streitkräfte

Israel hat sein Militär in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt und Reservisten mobilisiert. Die Armee hält nach eigenen Angaben einen Angriff iranischer Kräfte von Syrien aus für möglich.

Israelisches Raketenabwehrsystem in den Golanhöhen
AFP

Israelisches Raketenabwehrsystem in den Golanhöhen


Aus Sorge vor einem Angriff iranischer Kräfte von Syrien aus hat Israels Armee Ortschaften auf den Golanhöhen angewiesen, die Luftschutzbunker zu öffnen. Die Armee teilte mit, man habe "ungewöhnliche Aktivitäten iranischer Streitkräfte in Syrien" identifiziert.

Israels Bürger sollten darauf vorbereitet sein, notfalls Anweisungen der Armee Folge zu leisten, hieß es in der Mitteilung. Das Militär habe auch Raketenabwehrsysteme in Position gebracht.

Israelische Truppen seien für den Fall eines bevorstehenden Angriffs in erhöhter Alarmbereitschaft. "Die israelische Armee ist auf verschiedene Szenarien vorbereitet und warnt, dass jede Aggression gegen Israel eine schwerwiegende Reaktion auslösen wird", hieß es.

Die Ankündigung wurde kurz vor der Rede von US-Präsident Donald Trump veröffentlicht, in der dieser den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit Iran verkündete.

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Zudem mobilisierte Israels Armee Reservisten: Es handele sich um "eine punktuelle Mobilisierung von Reservisten nach Bedarf", sagte ein israelischer Armeesprecher am Dienstag in Tel Aviv. Israelische Medien berichteten, es seien Soldaten der Luftabwehr, des Geheimdienstes und der Heimatfront eingezogen worden. Die Nachrichtenseite "ynet" berichtete, Verteidigungsminister Avigdor Lieberman habe angesichts der angespannten Lage ranghohe Militärs zu einer dringenden Beratung in Tel Aviv versammelt.

Nach Luftangriffen in Syrien, die Israel zugeschrieben wurden und bei denen auch iranische Soldaten getötet worden waren, hatte Teheran zuletzt mit Vergeltung gedroht. Israel hatte die Golanhöhen 1967 erobert und später annektiert.

cop/dpa/AFP



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