Syrienkrieg Israelische Luftwaffe bombardiert Assad-Truppen in Nordsyrien

Israelische Kampfflugzeuge haben laut syrischen Staatsmedien Stellungen in Nordsyrien attackiert. Ziel soll es sein, die Rebellen im Süden Syriens von Regierungsangriffen zu entlasten.

Israelische Jets (Archivbild)
REUTERS

Israelische Jets (Archivbild)


Die israelische Luftwaffe hat syrischen Angaben zufolge im Norden des Landes eine Stellung der Armee angegriffen. Die Flugzeuge hätten sie am späten Sonntagabend nördlich des Militärflughafens Nairab bei Aleppo ins Visier genommen, teilten syrische Militärkreise mit und bestätigten Berichte der Staatsmedien. Ein israelischer Militärsprecher lehnte eine Stellungnahme ab.

Laut der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana entstand lediglich Sachschaden. Dem widersprach am Montag jedoch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR). Vielmehr sollen neun Menschen getötet worden sein, sechs Syrer und drei weitere Opfer unbekannter Nationalität.

Die Beobachtungsstelle mit Sitz in London bezieht ihre Informationen von Aktivisten vor Ort; sie sind kaum zu überprüfen, in der Vergangenheit haben sich die Beobachtungen aber meist als richtig erwiesen.

Aus den syrischen Staatsmedien hieß es, die israelischen Angriffe dienten der Unterstützung von Rebellen in Südsyrien, wo Truppen von Machthaber Baschar al-Assad derzeit gegen Aufständische vorgehen. Am Sonntag hatten die syrische Armee und ihre Verbündeten nahe der israelischen Grenze im Süden des Landes eine Offensive auf von Rebellen gehaltene Gebiete in der Provinz Kunaitra gestartet.

Mehr als 800 Granaten seien in verschiedenen Orten eingeschlagen, berichtete die SOHR. Die Gefechte fanden demnach rund vier Kilometer von der dortigen Pufferzone zwischen Syrien und den von Israel besetzten Golanhöhen statt.

Golanhöhen

Vergangene Woche hatten Rebellen die symbolisch wichtige Stadt Daraa im Süden Syriens nach heftigen Bombardierungen aufgegeben. Die Stadt gilt als Ausgangspunkt der Proteste gegen Assad vor sieben Jahren. Die nahe gelegene Region Kunaitra wird größtenteils noch von Rebellen kontrolliert.

cht/dpa/Reuters



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