Trotz brüchiger Waffenruhe Kerry will Syrien-Friedensgespräche fortführen

Die Waffenruhe in Syrien ist brüchig, doch die Friedensgespräche in Genf sollen trotzdem stattfinden. Einen Grund für eine Absage sieht US-Außenminister Kerry nicht.

John Kerry und der saudische König Salman
AFP/SPA/HO

John Kerry und der saudische König Salman


US-Außenminister John Kerry hält trotz der brüchigen Waffenruhe in Syrien an den für Montag geplanten Friedensgesprächen fest. Diese könnten stattfinden, sagte Kerry nach einem Frühstück mit seinem saudi-arabischen Kollegen Adel Al Dschubeir laut einem US-Reporter, der den Demokraten auf seiner Reise begleitete.

Noch am Samstag würden US-Vertreter mit Russland in Genf wie auch in der jordanischen Hauptstadt Amman zusammenkommen, um nach Wegen zu suchen, die Gewalt in Syrien weiter einzudämmen. Zugleich kündigte Kerry an, mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow zu telefonieren. Geplant seien "sehr ausführliche" Beratungen über Beschwerden der syrischen Opposition und Verstöße gegen die Waffenruhe.

Die unter anderem zwischen den USA und Russland ausgehandelte Waffenruhe in Syrien gilt seit Ende Februar und hat trotz etlicher Verstöße weitgehend gehalten. Laut Kerry ging die Gewalt in Syrien um 80 bis 90 Prozent zurück.

Nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte waren allerdings bei einem Angriff der syrischen Luftwaffe auf ein von Rebellen kontrolliertes Viertel der nördlichen Großstadt Aleppo am Freitag mindestens fünf Zivilisten getötet worden.

Am Freitag hatte das wichtigste Oppositionsbündnis nach längerem Zögern seine Teilnahme an den Friedensgesprächen in Genf zugesagt. Das Treffen fällt auf den fünften Jahrestag des Beginns des Syrienkonflikts. Nach Angaben des Uno-Sonderbeauftragten Staffan de Mistura sollen diesmal Wahlen innerhalb von 18 Monaten und eine neue Verfassung im Mittelpunkt stehen. Die Opposition will sich auf die Einsetzung einer Art Übergangsregierung konzentrieren und auf die territoriale Integrität Syriens dringen.

SPIEGEL ONLINE

bim/Reuters/AFP



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