Syrien Kämpfe im Osten von Damaskus ausgebrochen

Islamisten haben im Osten der syrischen Hauptstadt Damaskus einen Angriff auf Regierungstruppen gestartet. Das Gewehrfeuer war bis in der Innenstadt zu hören.

Damaskus: Im Bezirk Dschobar versuchen Rebellen, die Regierungslinien zu durchbrechen
AFP

Damaskus: Im Bezirk Dschobar versuchen Rebellen, die Regierungslinien zu durchbrechen


Anschläge in der syrischen Hauptstadt Damaskus waren bisher eher selten, da die Stadt von starken regierungstreuen Truppen gesichert wird. Nun reißt die Serie von Explosionen nicht ab - und Rebellen haben am Sonntag nahe der Machtzentrale von Präsident Baschar al-Assad eine Offensive gegen die Regierungstruppen gestartet.

Aktivisten berichten, Kämpfer der dschihadistischen Gruppe Fateh al-Scham - früher Al-Nusra-Front - und andere Aufständische versuchten, in die Stadt vorzustoßen. Im Zentrum waren seit dem Morgen Granateinschläge und Gewehrfeuer zu hören.

Im Staatsfernsehen hieß es, die Armee sei unter Einsatz von Artillerie dabei, "einen Angriff von Terroristen zurückzuschlagen". Sie habe Anwohner aufgerufen, in ihren Häusern zu bleiben. Dazu waren Bilder des leeren Abbasiden-Platzes zu sehen, der normalerweise äußerst belebt ist. Als einzige Geräusche waren Explosionen zu hören. Ein AFP-Reporter in Damaskus berichtete, Soldaten hätten sämtliche Zugänge zu dem Platz abgesperrt.

Der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, sagte, die Rebellen hätten die Regierungskräfte mit "zwei Autobombenanschlägen und mehreren Selbstmordattentätern" angegriffen. Sie sollen auch ein Regierungsgebäude eingenommen haben. Die Angaben der den Rebellen nahestehenden Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien können von unabhängiger Seite nur schwer überprüft werden.

Die Rebellen stehen im Norden der Hauptstadt unter erheblichem Druck. Die Armee ist dort kurz davor, zwei Rebellengebiete voneinander abzuschneiden. Bei den Gefechten sollen seit Samstag zwölf Islamisten und neun Regierungsanhänger ums Leben gekommen sein.

vet/dpa/Reuters



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