Syrien-Konflikt Obama lässt militärische Optionen prüfen

Ein Ende der blutigen Auseinandersetzungen in Syrien ist nicht in Sicht. US-Präsident Obama erwägt nun offenbar, auch militärisch gegen das Regime von Machthaber Assad vorzugehen. Denkbar sind einem US-General zufolge unter anderem Flugverbotszonen - und Luftschläge.

Rebellen in der syrischen Protesthochburg Homs: US-Militäraktion gegen AssadsRegime?
REUTERS

Rebellen in der syrischen Protesthochburg Homs: US-Militäraktion gegen AssadsRegime?


Washington - Noch wirken die Pläne recht vage, doch vor dem Streitkräfteausschuss des US-Senats hat Generalstabchef Martin Dempsey verschiedene Möglichkeiten dargestellt, wie militärisch gegen das Regime von Syriens Machthaber Baschar al-Assad vorgegangen werden könnte. Dazu zählten humanitäre Missionen, die Überwachung der Seewege, Flugverbotszonen und begrenzte Luftschläge, sagte Dempsey.

Die verschiedenen Möglichkeiten seien aber noch nicht mit US-Präsident Barack Obama direkt diskutiert worden, sondern mit seinem Team von Sicherheitsberatern. Auch gebe es noch keine Detailplanung.

Der amerikanische Verteidigungsminister Leon Panetta hingegen warnte in derselben Anhörung vor einem militärischen Eingreifen in den Konflikt, da es den Bürgerkrieg verschlimmern könnte. Der Obama-Regierung sei klar, dass in Syrien "militärische Gewalt an ihre Grenzen stößt, vor allem was Bodentruppen angeht", sagte der Pentagon-Chef. Luftangriffe würden zu zivilen Opfern führen, warnten Panetta und Dempsey.

Zuvor hatte der ehemalige republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain als erster US-Senator Luftschläge gegen die Assad-Truppen gefordert. Ein solcher Schritt sei "der einzige realistische Weg", das Blutvergießen zu beenden.

Panetta und Dempsey betonten vor dem Ausschuss wiederholt, dass sich die Lage in Syrien nicht mit der in Libyen vergleichen lasse, wo die internationale Gemeinschaft eine Flugverbotszone etabliert hatte. Syrien verfüge über die fünffach stärkere Flugabwehr als das nordafrikanische Land.

aar/dpa

insgesamt 70 Beiträge
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meisterraro 08.03.2012
1. Assad sollte mitlerweile klar sein
dass unter ihm Syrien nicht zur Ruhe kommt. Er sollte schnell abtreten und den Weg für eine neue Regierung frei machen. Es ist schwer vorstellbar wie unter diesen Umständen je wieder Frieden in Syrien einkehren sollte. Assads Uhr läuft ab.
schuldig_bei_verdacht 08.03.2012
2. Ein Segen
Zitat von sysopEin Ende der blutigen Auseinandersetzungen in Syrien ist nicht in Sicht. US-Präsident Obama erwägt nun offenbar, auch militärisch gegen das Regime von Machthaber Assad vorzugehen. Denkbar sind einem US-General zufolge unter anderem Flugverbotszonen - und Luftschläge. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,820018,00.html
Die meisten Syrer sind für solche Aktionen. Assad ist eine Bedrohung für die ganze Menschheit. Er muss weg auch wenn es Blut kosten wird, sonst wird er die ganze Städte Syrien vernichten. Eine baldige Durchführung solche Aktionen rettet das leben von Tausenden Syrer. und wer Irak oder ähnliches Beispiel nehmen soll, sollte sich sich vielleicht ein Tag als Syrer fühlen oder einer aus Homs, dann wünscht er solche Aktionen heute vor morgen.
adal_ 08.03.2012
3. Ungelegte Eier
Zitat von sysopEin Ende der blutigen Auseinandersetzungen in Syrien ist nicht in Sicht. US-Präsident Obama erwägt nun offenbar, auch militärisch gegen das Regime von Machthaber Assad vorzugehen. Denkbar sind einem US-General zufolge unter anderem Flugverbotszonen - und Luftschläge. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,820018,00.html
Die ungelegten Eier sind Wahlkampfrhetorik. ...Dazu zählten humanitäre Missionen, die Überwachung der Seewege, Flugverbotszonen und begrenzte Luftschläge, sagte Dempsey... (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,820018,00.html) Will man russische Schiffe angreifen, die Assad Waffen liefern? Wohl kaum. Panetta und Dempsey betonten vor dem Ausschuss wiederholt, dass sich die Lage in Syrien nicht mit der in Libyen vergleichen lasse, wo die internationale Gemeinschaft eine Flugverbotszone etabliert hatte. Syrien verfüge über die fünffach stärkere Flugabwehr als das nordafrikanische Land. (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,820018,00.html) Eben. Außerdem wollen sich die USA nicht die unmittelbare Verantwortung für die unvermeidlichen Nach-Assad-Wirren aufhalsen lassen. Syrien ist schließlich nicht Libyen, sondern eine Art Super-Libanon.
widder58 08.03.2012
4.
Zitat von sysopEin Ende der blutigen Auseinandersetzungen in Syrien ist nicht in Sicht. US-Präsident Obama erwägt nun offenbar, auch militärisch gegen das Regime von Machthaber Assad vorzugehen. Denkbar sind einem US-General zufolge unter anderem Flugverbotszonen - und Luftschläge. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,820018,00.html
Zu deutsch- Obama denkt jetzt auch offen über die Unterstützung der sunnitischen Terroristen nach, gemeinsam mit Sawahiri und der Hamas. Obama denkt also über einen weiteren Angriffskrieg nach, wie seinerzeit in Libyen, dort wo man heute die "Erfolge" dieser "Politik" erkennen kann. Aber auch das verkaufen die Medien noch als "Schutz für die Bevölkerung" und "Garantie für Freiden und Freiheit". Ich hoffe, die Russen und Chinesen finden dann für diese Ignoranz Ihrer Interessen und die Arroganz der USA die rechten Antworten.
ulrik remy 08.03.2012
5. problematisch
Ein militärisches Eingreifen der USA in Syrien wäre problematisch vor allem für die USA selbst. Allzu oft ist ein solches Engagement nach dem folgenden Strickmuster abgelaufen: Phase 1: Die Weltöffentlichkeit beobachtet mit Grausen, dass ein Diktator sein eigenes Volk abschlachtet. Ausser Grausen tut die Weltöffentlichkeit nichts. 5.000 Menschen sind getötet worden. Phase 2: Die UNO berät. Und berät und berät. Vetos von wirtschaftlich interessierten Staaten verhindern unmissverständliche Aktionen. 6.000 Tote. Phase 3: Manche Staaten verhängen Sanktionen. Unter diesen Sanktionen leidet in erster Linie das betroffene Volk - was davon übrig ist. Der Diktator freut sich, denn jetzt hat er eine Ausrede. Seine Truppen töten noch mal ein paar tausend. Phase 4: Die USA suchen Verbündete, um das Ding nicht im Alleingang zu regeln. Die meisten Kandidaten winken ab - "nö, so wichtig ist das ja nicht" - und grausen weiter. 10.000 Tote. Phase 5: Eine Koalition aus Litauen, Bhutan und den USA fliegt Luftangriffe auf die Truppen des Diktators. Es gibt tote Zivilisten. Furchtbar. Sowas gab's vorher nicht. Die vorherigen 15.000 wurden wenigstens von ihrer eigenen Regierung gefoltert, verstümmelt, getötet. Da weiss man doch. Phase 6: Das Volk ist befreit. Der Diktator fristet sein Dasein im Exil, sein Bankkonto ist auf kümmerliche 30 Milliarden Dollars zusammengeschmolzen. Phase 7: Die USA stehen in der Kritik der Weltöffentlichkeit, weil sie unschuldige Zivilisten ermordet haben. Verdammte Amis, immer den Weltpolizisten spielen. Ist doch alles bloss wegen dem Öl. Und überhaupt.
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