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17. Juni 2013, 00:00 Uhr

Krieg in Syrien

Saudi-Arabien will Flugabwehrraketen an Rebellen liefern

Saudi-Arabien will der syrischen Opposition nach SPIEGEL-Informationen Flugabwehrraketen zur Verfügung stellen. Damit könnten die Aufständischen Assads Luftwaffe die Stirn bieten, so die Hoffnung. Es gibt ein Vorbild: den Afghanistan-Krieg in den achtziger Jahren.

Hamburg - Saudi-Arabien will die bewaffnete Opposition in Syrien nach Informationen des SPIEGEL mit sogenannten Man Pads des französischen Typs "Mistral" ausrüsten. Der Einsatz der tragbaren Flugabwehrrakete könnte erheblichen Einfluss auf das Kriegsgeschehen ausüben. Die militärische Überlegenheit der Armee von Präsident Baschar al-Assad beruht bisher vor allem auf ihrer Luftwaffe, deren Einsatz jedoch auch die meisten Opfer des Krieges fordert.

Durch das effektive französische Waffensystem "Mistral" könnte die militärische Überlegenheit gebrochen werden, glauben die Saudi-Araber. Schon im Afghanistan-Krieg in den achtziger Jahren, als die Mudschahidin gegen die sowjetische Armee kämpften, hatte der Einsatz von Man Pads das Blatt zugunsten der Aufständischen gewendet.

Den Machtanspruch Irans zurückdrängen

Im Interview mit dem SPIEGEL warnt der ehemalige saudi-arabische Geheimdienstchef Prinz Turki Bin Faisal davor, den Aufstand der bewaffneten Opposition in Syrien aufzugeben. In Europa wirbt er für die Bewaffnung der Opposition: "Man muss die moderaten Rebellen unterstützen, um das Regime zu zwingen, auf die Forderungen des Volkes einzugehen."

Es gehe dabei auch darum, den Machtanspruch Irans in der Region zurückzudrängen, sagte Turki Bin Faisal: "Iran baut in der gesamten Region Kampfgruppen auf, lauter Hisbollahs, die bei Bedarf jederzeit Irans Interessen verteidigen, nicht nur in Syrien, auch im Irak, in Bahrain, Pakistan, Afghanistan und der Türkei."

Gleichzeitig kritisiert Turki Bin Faisal saudi-arabische Dschihadisten, die sich dem Kampf der syrischen Rebellen anschließen: "Wer sich daran (am Kampf - d. Red.) beteiligt, wird nach seiner Rückkehr vor Gericht gestellt, weil er sich dem Befehl des Königs widersetzt hat."

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