Syrien-Konflikt: USA schicken 150 Militärexperten nach Jordanien
Die Furcht wächst, dass der Krieg in Syrien auf die Nachbarstaaten übergreift. Jordanien bekommt nun Hilfe: 150 US-Soldaten sind laut "New York Times" in dem Land im Einsatz. Sie sollen helfen, den Ansturm der Flüchtlinge zu bewältigen, aber auch im Notfall die chemischen Waffen kontrollieren.
Washington/Amman - Die Sorge ist groß, dass sich der Bürgerkrieg in Syrien zu einem Flächenbrand in der Region ausweitet. In der Türkei sind bereits Granaten, in Jordanien Raketen aus dem Nachbarland eingeschlagen. Täglich drängen immer mehr syrische Flüchtlinge in die Nachbarstaaten. Die Regierung in Amman hat nun Unterstützung bekommen. Wie die "New York Times" berichtet, hat die US-Regierung 150 Militärspezialisten nach Jordanien geschickt.
Die US-Militärexperten sind in einer Trainingseinrichtung der jordanischen Armee im Norden der Hauptstadt Amman stationiert, rund 50 Kilometer von der Grenze zu Syrien entfernt. Die Experten sollen nach Angaben der Zeitung der jordanischen Regierung dabei helfen, den Ansturm syrischer Flüchtlinge zu bewältigen.
US-Verteidigungsminister Leon Panetta bestätigte die Entsendung der Soldaten indirekt während eines Nato-Treffens in Brüssel. "Wir arbeiten seit längerer Zeit mit Jordanien zusammen", sagte er und erwähnte auch konkret die Sicherung von Lagerstätten chemischer Waffen in Syrien. Zahlen nannte der Minister nicht und sprach auch nur von einer "Gruppe unserer Soldaten", die im Hauptquartier der jordanischen Armee tätig seien. Dort bereite man sich auf "jeden mögliche Situation" vor.
Die amerikanische Mission in Jordanien begann nach Informationen der "New York Times" bereits im Frühsommer. Im Mai organisierten die USA eine Militärübung. Mehr als 12.000 Soldaten aus 19 Ländern, darunter Soldaten der Special Forces, nahmen teil. Nachdem das Training endete, blieben die US-Soldaten in Jordanien. Unter den 150 Spezialisten befinden sich Kommunikationsexperten, Logistiker, Planer und Ausbilder. Auch ein Beamter des Außenministeriums, Abteilung Migration und Flüchtlinge, ist der Taskforce zugeordnet.
Nach Jordanien sollen bereits etwa 200.000 Syrer geflüchtet sein. Das Land gilt als wichtiger Verbündeter der USA im Nahen Osten. Jordanien war einer der ersten arabischen Staaten, die den Rücktritt von Präsident Baschar al-Assad forderten. Die Regierung in Amman ist zunehmend besorgt, dass auch militante Islamisten aus Syrien ins Land kommen.
Die US-Spezialisten sollen dem Zeitungsbericht zufolge zudem an Planungen für den Fall beteiligt sein, dass das Assad-Regime die Kontrolle über seine Chemiewaffen verliert. Groß ist die Angst vor einem Machtvakuum in Syrien, von dem zum Beispiel Qaida-nahe Islamisten profitieren und möglicherweise sogar die chemischen Waffen des Regimes erbeuten könnten.
Laut "New York Times" soll auch bereits das Errichten einer Pufferzone zwischen Syrien und Jordanien diskutiert worden sein. Sie soll nach ersten Plänen von jordanischen Truppen durchgesetzt werden, logistisch unterstützt von den USA. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Dies sagten nicht namentlich genannte Vertreter der US-Regierung.
heb/mgb
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