Syrienkrise Kreml verspottet Twitter-Trump

"Die Raketen werden kommen": So bereitete Donald Trump Russland per Twitter auf einen Militärschlag gegen Syrien vor. Passiert ist aber noch nichts - stattdessen macht sich der Kreml über den US-Präsidenten lustig.

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Russlands Führung verspottet Donald Trump: "Die internationalen Beziehungen sollten nicht von der Stimmung einer Person abhängig sein, wenn diese morgens aufsteht", sagte Vizeministerpräsident Arkadi Dworkowitsch. Der Spitzenpolitiker spielte damit auf die Tweets des US-Präsidenten in der Syrien-Krise an. Eigenen Aussagen zufolge twittert Trump auch schon mal vom Bett aus.

Russlands Vizepremier Arkadi Dworkowitsch
imago/ ITAR-TASS/ Mikhail Metzel

Russlands Vizepremier Arkadi Dworkowitsch

So twitterte er am Mittwoch, 6.57 Uhr US-Ostküstenzeit, offenbar als Reaktion auf eine Drohung des russischen Botschafters im Libanon, Alexander Zasypkin, Russland werde alle Richtung Syrien fliegenden Raketen abschießen. "Sie werden kommen", so Trump, offenbar vom Bett aus, "nett und neu und 'smart'." Damit hatte Trump die Russen als Syriens Schutzmacht auf einen Militärschlag der USA gegen das Regime von Baschar al-Assad vorbereitet.

Video zu möglichem US-Angriff: Trumps Syrien-Chaos

JIM LO SCALZO/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Die USA und auch Frankreich machen Syriens Regime für den mutmaßlichen Giftgaseinsatz in der Stadt Duma verantwortlich. Bei dem Angriff auf die von Rebellen kontrollierte Stadt sollen nach unterschiedlichen Angaben zwischen 42 und 85 Menschen getötet worden sein.

Nach Einschätzung des früheren US-Botschafters in Deutschland, John Kornblum, wird Trump wegen seiner Drohungen mit einem Militärschlag kaum noch anders können, als in Syrien anzugreifen. "Nach der massiven Warnung wird Trump nicht mehr hinter seine Drohungen zurück können", sagte Kornblum den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Jetzt gar nichts zu machen, käme einem Gesichtsverlust gleich. Ich gehe davon aus, dass es eine US-Militäraktion in der einen oder anderen Form geben wird."

Trump telefonierte mit May

Die USA und seine Verbündeten arbeiten derweil weiter an einer gemeinsamen Strategie für den Angriff. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, hieß es aus dem Weißen Haus. "Wir werten weiter Geheimdiensterkenntnisse aus und sind in engen Abstimmungen mit unseren Partnern und Alliierten", sagte Sprecherin Sarah Sanders.

Als Option für eine Reaktion gelten gezielte Raketenangriffe auf ein Objekt oder mehrere ausgewählte Ziele. Sehr heikel daran wäre, dass in Syrien stationierte russische Truppen getroffen werden könnten. Syriens Schutzmacht Russland weist die Vorwürfe gegen Damaskus zurück.

Trump telefonierte noch in der Nacht zum Freitag mit der britischen Premierministerin Theresa May. In einer Mitteilung der Downing Street hieß es, Trump und May seien sich einig, dass der Einsatz von Chemiewaffen durch das syrische Militär "nicht unbeantwortet" bleiben könne und dass ein weiterer Einsatz von Chemiewaffen durch das Assad-Regime verhindert werden müsse. Über ein geplantes Telefonat Trumps mit dem französischen Staatschef Emmanuel Macron lag zunächst keine offizielle Erklärung vor.

Video: US-Militärschlag wäre "nur noch ein Akt der Bestrafung"

SPIEGEL ONLINE

als/Reuters/dpa

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Seite 1
mwroer 13.04.2018
1. Jetzt möchte ich aber doch eine Begründung ...
für die selten dämliche Überschrift. "Die internationalen Beziehungen sollten nicht von der Stimmung einer Person abhängig sein, wenn diese morgens aufsteht" Das ist eine simple und richtige Aussage - wo ist das Spott oder 'sich lustig machen' ? Offensichtlich scheint es ja auch so zu sein das die US Politik mehr und mehr der Tageslaune oder Tageszusammensetzung der Berater geschuldet ist und sich weniger und weniger an Fakten orientiert.
doubletrouble2 13.04.2018
2. Mit Trump gibt es ein Problem.
Der Don im Weißen Haus glaubt, er sei tatsächlich der mächtigste Mann der Welt und twittert entsprechend los. Er ist wahrscheinlich nicht käuflich und vertraut nur seinen eigenen Einschätzungen, oder Eingebungen. Solche einsamen Wölfe sind kaum zu stoppen. Besser man weicht ihnen aus, was die Russen mit dem Abzug ihrer Marineverbände aus dem Hafen Tartus auch taten. Das ist eine deeskalierende Maßnahme. Keinesfalls würden die Russen die amerikanischen Trägersysteme mit Explosivwaffen angreifen, denn an einem echten Schlagabtausch können sie unmöglich interessiert sein. Im übrigen ist die russische Einschätzung wohl sehr zutreffend und nicht ironisch zu verstehen. Trump regiert nach Tagesform von einem Tweet zum nächsten. Damit muss man umgehen können.
henninghuno 13.04.2018
3. "Verspottet"?
Dir Inhalt der Schlagzeile passt für mich nicht mit dem Text zusammen. Denn der Hinweis, dass die internationalen Beziehungen nicht von der Simmung einer Person oder tweets im Bett abhängen sollten ist doch eher als eine Mahnung zur Ernsthaftigkeit, als als Spott zu verstehen. Das Verwirrspiel mit tausenden von Menschenleben, das von den USA, Großbritannien und Frankreich, also den alten Kolonialmächten, betrieben wird, ist in der Tat unverantwortlich.
vulcan 13.04.2018
4.
Zitat von mwroerfür die selten dämliche Überschrift. "Die internationalen Beziehungen sollten nicht von der Stimmung einer Person abhängig sein, wenn diese morgens aufsteht" Das ist eine simple und richtige Aussage - wo ist das Spott oder 'sich lustig machen' ? Offensichtlich scheint es ja auch so zu sein das die US Politik mehr und mehr der Tageslaune oder Tageszusammensetzung der Berater geschuldet ist und sich weniger und weniger an Fakten orientiert.
Wahrscheinlich gibt es gerade nichts anderes zu berichten - wenn das die einzige Aussage war, würde ich die auch noch nicht unter 'sich lustig machen' verbuchen. Die Russen werden sich auch hüten, hier noch zu provozieren. Sich 'an Fakten zu orientieren' ist im Fall Syrien auch schwierig, da nur selten eindeutige Fakten vorliegen - bis auf die Tatsache natürlich, dass Russland und das Assad-Regime in Syrien einen rücksichtslosen Krieg führen, bei dem die syrische Bevölkerung einen Stellenwert gen Null hat.
frankfurtbeat 13.04.2018
5. was ...
was sollte man auch anderes sagen in Anbetracht der "Politik" des Trump? Alleine schon das derartige Informationen per Twitter kommuniziert werden - aller Wahrscheinlichkeit ohne jegliche vorherige Abstimmung nach einem schlechten Traum abgesetzt werden ist mehr als nur grenzwertig. Sicherlich gibt es wichtige Entscheidungsträger, auch außerhalb der USA, im Hintergrund welchen einen wie Donald gut finden und ihn nach Belieben steuern.
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