Krieg in Syrien Mindestens 15 Kinder bei Angriff auf Schule in Ost-Ghuta getötet

Bei einem Luftangriff auf eine Schule im syrischen Rebellengebiet Ost-Ghuta sind laut Aktivisten mindestens 15 Kinder und zwei Frauen gestorben. Sie hatten offenbar Schutz in dem Gebäude gesucht.

Ruinen in Ost-Ghuta
AFP

Ruinen in Ost-Ghuta


Im syrischen Ost-Ghuta sind mindestens 17 Zivilisten getötet worden, darunter 15 Kinder. Das berichtet die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Den Angaben der Aktivisten zufolge starben die Menschen bei einem Luftangriff auf eine Schule in der Stadt Irbin - die Kinder und die zwei Frauen hatten demnach versucht, im Keller des Gebäudes Schutz zu suchen.

"Drei Geschosse eines einzigen Luftangriffs haben die Schule getroffen, in der der Keller als Schutzraum genutzt wurde", sagte der Chef der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, der Nachrichtenagentur AFP. Rettungskräfte suchten noch nach Überlebenden.

Die Luftangriffe seien mutmaßlich von der russischen Armee geflogen worden, erklärte die Beobachtungsstelle. Sie analysiert Luftangriffe auf Basis von Flugmustern, eingesetzter Munition und Flugzeugtypen. Ihre Angaben können von unabhängiger Seite kaum überprüft werden, haben sich in der Vergangenheit aber häufig als zuverlässig erwiesen.

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Ost-Ghuta vor den Toren der Hauptstadt Damaskus gehört zu den letzten Gebieten in Syrien, die noch von Rebellen kontrolliert werden. Die Region erlebt seit Mitte Februar die schwerste Angriffswelle der Regierung seit Beginn des Bürgerkriegs vor rund sieben Jahren. Dabei wurden nach Aktivistenangaben mehr als 1400 Zivilisten getötet, darunter mehr als 280 Kinder. Moskau unterstützt die syrischen Truppen auch in Ost-Ghuta, weist Angriffe auf Zivilisten aber zurück.

Die syrischen Truppen und ihre Verbündeten haben bereits große Teile von Ost-Ghuta zurückerobert, Irbin wird aber noch von Gegnern der Regierung kontrolliert.

Die humanitäre Lage in Ost-Ghuta ist katastrophal. Es fehlt an Nahrung, Trinkwasser, Medikamenten, medizinischen Gütern und Strom. Aus Angst vor Bombardierungen leben viele Menschen seit Wochen in Kellern. In den vergangenen Tagen waren Zehntausende Menschen vor den Kämpfen in Richtung von Gebieten geflohen, die von der syrischen Armee kontrolliert werden.

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Syriens Machthaber Baschar al-Assad hatte am Sonntag die syrischen Regierungstruppen in Ost-Ghuta besucht. Auf seiner Facebook-Seite wurden Fotos veröffentlicht, die Assad zeigen, wie er vor einem Panzer stehend mit Soldaten spricht. Darunter hieß es: "An der Front in Ost-Ghuta... Präsident al-Assad mit den Helden der Arabischen Syrischen Armee". "Glückwünsche uns Syrern, Glückwünsche euch, Glückwünsche allen Patrioten, die zu dieser Nation stehen", sagte er in einem auf Twitter veröffentlichten Video. Zu welcher Zeit und wo genau der Besuch stattfand, wurde nicht genannt.

Video: Diktator zeigt sich in Ost-Ghuta - im Auto mit Assad

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aar/dpa/AFP

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