Bürgerkrieg in Syrien Assad will mit den USA reden

"Wir werden für jeden Dialog offen sein": Syriens Staatschef Assad ist grundsätzlich zu Gesprächen mit der US-Regierung bereit. Das sagte der Diktator in einem CBS-Interview.

Syriens Diktator Assad: "Jeder Dialog in Syrien ist positiv"
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Syriens Diktator Assad: "Jeder Dialog in Syrien ist positiv"


Damaskus - Syriens Präsident Baschar al-Assad hat mal wieder einem westlichen Fernsehsender ein Interview gegeben. Diesmal durfte Charlie Rose vom US-Sender CBS News in Damaskus mit dem Diktator reden.

In dem Gespräch hat Assad seine Bereitschaft zu Verhandlungen mit der US-Regierung betont. "Grundsätzlich sagen wir, dass jeder Dialog in Syrien positiv ist. Wir werden für jeden Dialog mit jedem offen sein, auch mit den USA, wenn es auf gegenseitigem Respekt basiert", sagte Assad in einem Ausschnitt, den CBS vor Ausstrahlung des gesamten Interviews veröffentlichte.

Der Staatschef reagierte damit auf Äußerungen von US-Außenminister John Kerry, der Verhandlungen mit dem syrischen Regime für ein Ende des Bürgerkriegs ins Spiel gebracht hatte. "Bislang ist das ja nur ein Statement, nichts konkretes, kein neuer Ansatz der Vereinigten Staaten hinsichtlich unseres Konflikts in Syrien", sagte Assad. Kerrys Sprecherin hatte nämlich auch betont: "Es gibt keine Zukunft für Assad in Syrien."

Der syrische Machthaber betonte, dass es derzeit keine direkte Kommunikation zwischen den Regierungen in Damaskus und Washington gebe. In einem Interview mit der BBC hatte Assad im Februar erklärt, er kommuniziere über dritte Parteien mit dem US-Militär.

Seit Beginn des Aufstands gegen den Diktator im März 2011 sind im syrischen Bürgerkrieg nach Schätzungen mehr als 200.000 Menschen getötet worden. Die große Mehrheit von ihnen wurde von Assads Truppen und seinen Milizen umgebracht.

syd/Reuters



insgesamt 69 Beiträge
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mobes 27.03.2015
1. Armes Syrien.
Amerika will Krieg und Chaos, am liebsten Überall. Reden kann Amerika nur mit gespaltener Zunge.
SichtausChina 27.03.2015
2. Ich wünsche Herrn Assad viel Kraft und Ausdauer
Im Kampf gegen Saudi Arabien (Al Qaida) und die USA (Freie Syrische Armee) hat die Syrische Bevölkerung und Regierung (reguläre Armee) enormes Durchhaltevermögen bewiesen. Die multi-ethnische, multi-religiöse, multi-kulturelle Gesellschaft Syriens braucht eine säkulare Regierung, wie Assad sie stellt. Alles was die USA fordern sind sektiererische Parteien, die auf Radikalismus setzen um Stimmen zu gewinnen. Europa sollte sich klar auf die Seite Russlands und Chinas stellen. Hätte man Assad von Anfang an unterstützt, wären 200'000 Menschen weniger gestorben.
Miere 27.03.2015
3. Das ist irrelevant.
Was Assad will und mit wem er reden mag ist vollkommen irrelevant, außer er würde sich ISIS unterwerfen. Solange die USA und/oder die Türkei und/oder Golfstaaten wollen, dass er abgesetzt wird, geht der Krieg weiter. Es ist ja nicht so, dass Assad den Bürgerkrieg gestartet hätte. Sondern Rebellen (inc ISIS) wurden von den USA ermutigt, ihn zu stürzen.
siegerländer79 27.03.2015
4. Woher die Kenntnisse?
Woher weiß der Spiegel, daß die große Mehrheit von Assads Truppen umgebracht wurde? Und woher meint der Spiegel eine ungefähre Opferzahl zu kennen? Wer hat also einen solchen Überblick über das Geschehen, daß er von sich in Anspruch nehmen kann, Schätzungen über Verluste anzustellen. Noch dazu vollkommen undifferenziert. Wie hoch sind die militärischen Verluste und wie hoch die der Zivilbevölkerung? Bei einer Schätzung von insgesammt 200.000 Toten müßte es darüber auch Schätzungen geben. Der Konflikt ist doch komplett unübersichtlich. Es gibt mehrere Parteien und so wie es ausschaut kämpft irgendwie jeder gegen jeden.
allesblabla 27.03.2015
5. Werturteile
Wieso immer diese moralisierenden Werturteile in der deutschen Presse? Warum nicht einmal etwas erfrischend Neutrales? Es heisst immer dieser Diktator in Syrien, dieser Ayatollah im Iran oder dieser Autokrat in Russland, jedoch der saudische Koenig, der marokkanische Koenig, der jordanische Koenig, der Emir hier, der Emir dort etc. Ich bevorzuge nicht immer daran erinnert zu werden wer der Boese sein soll. Ich gebe jetzt auch mal ein Werturteil ab, mal sehen ob es mundet. Al-Sisi und Assad sind besser als der Emir von hier und dort, denn sie sind halbwegs in der Moderne angekommen, waehrend der Emir so tut als ob er es nicht sei. Wie nennt man Leute die so tun als ob? Auch wuerde ich fuer die Behauptung, dass Assads Leute mehr Opfer hinterlassen gerne eine Quellenangabe sehen. Ein Blick in die Wikipedia verraet, es sieht zumindest was die militaerischen Opfer betrifft ziemlich ausgeglichen aus. Man sollte auch bedenken, dass man nur so viele Leute umbringen kann wie man Macht und Verantwortung besitzt. Die Leute die er zum Teil bekaempft, nicht auszudenken. Kaemen in Israel die Palaestinenser an die Macht, die Bilanz waere auch wesentlich anders, kein Zweifel daran.
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