Krieg in Syrien: EU-Mitarbeiter stirbt bei Raketenangriff in Damaskus
Tragischer Tod eines Helfers: In Syrien ist ein Mitarbeiter der Europäischen Union getötet worden. Der Mann starb bei einem Raketenangriff in einem Vorort von Damaskus. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton reagiert erschüttert.
Damaskus/Brüssel - Ein Mitarbeiter in der Vertretung der Europäischen Union in Syrien ist am Dienstag bei einem Raketenangriff getötet worden. Dies teilte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton am Mittwoch in Brüssel mit. Der Syrer Shihadeh Ahmad sei während eines Angriffs auf den Vorort der Hauptstatd Damaskus, in dem er lebte, getötet worden. Ashton reagierte auf den "tragischen Tod" von Shihadeh Ahmad "mit großer Trauer". "Ahmad ist gestorben, als er humanitäre Hilfe in der Region Deraja leistete", so Ashton.
Sie würdigte "seinen Mut und seine Selbstlosigkeit" und kondolierte seiner Familie und seinen Freunden. Zugleich appellierte sie an alle Kriegsparteien in Syrien, "dringend die Gewalt zu beenden, die Hunderttausende unschuldige Zivilisten das Leben gekostet" und mehr als eine Million Flüchtlinge in die Nachbarländer getrieben habe.
Bereits im vergangenen Jahr hatten die Uno und die EU ihre Aktivitäten in Syrien stark reduziert und Mitarbeiter abgezogen. Grund ist die zunehmend gefährlicher werdende Lage in dem Bürgerkriegsland.
Derzeit setzt auch Russland die kontrollierte Ausreise seiner Bürger aus Syrien fort. 76 Russen und 27 Bürger aus Nachbarländern seien aus dem arabischen Bürgerkriegsland ausgeflogen worden, teilte das Katastrophenschutzministerium in Moskau mit. Weitere Evakuierungsflüge würden folgen, sollten sie notwendig sein.
In Syrien leben mehrere tausend Russen. Insgesamt haben russische Regierungsmaschinen in diesem Jahr bereits etwa 300 Menschen außer Landes gebracht. Eine Massenevakuierung sei nicht geplant, erklärte das Ministerium.
Cousin Assads angeblich tot
Die Regierung in Moskau ist einer der wichtigsten Unterstützer von Präsident Baschar al-Assad, der seit zwei Jahren versucht, einen Aufstand gegen seine Herrschaft niederzuschlagen. So liefert Russland seit Jahren Waffen nach Syrien. Das Land unterhält einen Marinestützpunkt an der syrischen Mittelmeerküste. In dem Konflikt wurden nach Angaben der Vereinten Nationen bislang mehr als 70.000 Menschen getötet, über eine Million sind außer Landes geflüchtet.
Unterdessen gehen die Kämpfe in Syrien unvermindert weiter. Während einer bewaffneten Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Familienclans im Heimatort Assads sollen dabei etwa 30 Menschen getötet worden sein. Das berichteten Regimegegner in der Nacht zum Mittwoch. Ihren Informationen zufolge war der Tod von Hilal al-Assad, einem Cousin des Präsidenten, Auslöser für die Gewalt.
Der Cousin hatte eine regimetreue paramilitärische Truppe geleitet. Er war nach Angaben verschiedener Oppositionsgruppen am vergangenen Wochenende nach einem Streit um Geld von einem Vertrauten getötet worden. Anderen Berichten zufolge war er von einem Vertrauten an die Rebellen verraten worden, die ihn abgepasst und getötet haben sollen.
An der Gewalt in Kardaha sollen Angehörige der alawitischen Familienclans Othman, al-Cheir, Kanaan, Schalisch und Assad beteiligt gewesen sein. Das Dorf Kardaha liegt in der Küstenprovinz Latakia. Präsident Assad entstammt der religiösen Minderheit der Alawiten. Die Mehrheit der Syrer bekennt sich zum sunnitischen Islam.
amz/kgp/Reuters
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