Viele Tote Syrische Armee greift die Stadt Nawa an

Beobachter sprechen von einem "rasenden" Bombardement: In der syrischen Stadt Nawa sind bei Luftschlägen zahlreiche Menschen gestorben. Die Armee nähert sich dem Golan.

Ruinen in Nawa (Aufnahme vom 11. Juli)
AFP

Ruinen in Nawa (Aufnahme vom 11. Juli)


Bei heftigen Angriffen auf die syrische Stadt Nawa sind nach Angaben von Aktivisten und Rettungskräften etwa ein Dutzend Menschen gestorben, mehr als hundert weitere seien verletzt worden. Einwohner der Stadt im Süden Syriens berichteten laut Nachrichtenagentur Reuters von intensiven Luftschlägen sowie Raketenbeschuss der Armee.

Ein Einwohner sagte demnach, in den Straßen lägen zahlreiche Leichen. In Nawa leben noch mindestens 100.000 Menschen. Das dortige Stadtzentrum ist das größte in der Provinz Daraa, die sich noch in der Hand von Rebellen befindet.

Die Angriffe auf Nawa erfolgten nur Stunden, nachdem Tausende von Vertriebenen, die an der Grenze zu Israel Zuflucht suchten, in die Stadt zurückgekehrt waren. Laut einem weiteren Einwohner wurden sie dazu ermutigt durch Berichte, die Aufständischen hätten mit dem russischen Militär ein Kapitulationsabkommen geschlossen, das die Stadt vor Beschuss verschonen werde.

Mit Unterstützung Russlands hatten Regierungstruppen im vergangenen Monat eine Offensive gegen die Aufständischen in Daraa gestartet. Die Provinz grenzt an die Provinz Kuneitra nahe den von Israel kontrollierten Golanhöhen, die israelische Regierung hatte sich deshalb bereits besorgt über den Vorstoß gezeigt.

Golanhöhen

Die in Großbritannien ansässige syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte* nannte den Angriff auf Nawa ein "rasendes" Bombardement, das nach Beginn am Dienstag am Mittwoch fortgeführt worden sei. Mindestens 350 Einschläge von Bomben und Raketen meldete die Organisation.

Der Leiter der als "Weißhelme" bekannten syrischen Rettungsorganisation, Khaled Solh, sagte, lediglich ein Rettungswagen habe die Stadt erreichen können. Zivilisten hätten die Verletzten in ihren Autos weggebracht.


*Die Organisation bezieht ihre Informationen von Aktivisten vor Ort. Für Medien sind sie kaum zu überprüfen, in der Vergangenheit haben sich die Angaben aber als verlässlich erwiesen.

apr/Reuters/AP



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