Syrien-Krieg Russische Jets bombardieren angeblich US-Verbündete

Russische Militärflugzeuge sollen in Syrien mit den USA verbündete Kämpfer angegriffen haben. Moskau verteidigt sich damit, die Rebellengruppen seien nicht leicht zu unterscheiden.

  Russisches Kampfflugzeug
REUTERS/Ministry of Defence of the Russian Federation

Russisches Kampfflugzeug


Russland hat in der Nähe der syrisch-irakischen Grenze Rebellen attackiert. Doch bei den Luftangriffen der Kampfflugzeuge in der Nähe des Ortes Al-Tanf wurden offenbar Verbündete der USA bombardiert. Das berichtet die arabische Nachrichtenseite des Senders CNN und beruft sich dabei auf einen Pentagon-Verantwortlichen.

Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, Flugzeuge hätten in der Region am Donnerstag Kämpfer der Neuen Syrischen Armee beschossen, die von den USA und ihren Verbündeten in Jordanien ausgebildet werden. Die Rebellen hätten sich mit irakischen Einheiten getroffen, um über ein gemeinsames Vorgehen gegen den "Islamischen Staat" (IS) zu beraten. Ein syrischer und ein irakischer Kämpfer seien dabei getötet worden. Wer für den Angriff verantwortlich sein könnte, teilten die Menschenrechtler nicht mit. Die Berichte der Organisation mit Sitz in Coventry haben sich meistens als zutreffend erwiesen.

Russland reagierte lapidar auf die Vorwürfe. Es sei bei Angriffen schwer zu unterscheiden, ob es sich um moderate Rebellen handele oder um Kämpfer der al-Nusra-Front, die mit der Terrororganisation al-Qaida verbündet ist, sagte ein Kreml-Sprecher.

Ein Pentagonsprecher erklärte, das Verteidigungsministerium wisse von Berichten über Angriffe auf moderate Oppositionelle. Einzelheiten seien nicht bekannt. "Sollte diese Aktion tatsächlich von den Russen ausgeführt worden sein, dann hätten wir ernste Bedenken", sagte er.

Der Bürgerkrieg in Syrien tobt seit fünf Jahren. Russland ist ein Verbündeter von Diktator Baschar al-Assad und unterstützt dessen Truppen militärisch. Bislang sind den Kämpfen rund 400.000 Menschen zum Opfer gefallen, schätzen Uno und Arabische Liga. Millionen Menschen sind geflohen.

Russischer Soldat getötet

Nach einer Verletzung, die er in Syrien erlitten hatte, ist ein russischer Soldat in einem Moskauer Krankenhaus gestorben. Der 35-jährige Unteroffizier sei bereits im Mai bei einem Einsatz in der Provinz Aleppo verwundet worden und am 7. Juni seinen Verletzungen erlegen, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Angehörige sagten der Agentur Interfax zufolge, dass er auf eine Mine getreten sei.

als/dpa/Reuters



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oschn 17.06.2016
1. Verbündete
Solange keine US-amerikanischen Einheiten direkt betroffen sind, wird man nichts unternehmen (können).
taglöhner 17.06.2016
2. Heikel
Zitat von oschnSolange keine US-amerikanischen Einheiten direkt betroffen sind, wird man nichts unternehmen (können).
Natürlich könnte man die Verbündeten mit Geräten ausstatten, die für Angreifer aus der Luft extrem gefährlich sind...
Flutterbeer 17.06.2016
3. Die New Syrian Army...
...mit ihren maximal 50 übriggebliebenen Kämpfern (insofern also bei den Luftschlägen quasi die ganze Einheit ausgelöscht wurde) stellt nun wirklich keine Relevanz dar. Witzigerweise sprechen oppositionelle Quellen davon, dass diese Luftschläge von der "USA-Koalition" verübt wurden.
Olberich Gesand 17.06.2016
4. Was nicht wundert.
Die USA sind zwar nicht mit eigene aktiven Soldaten dabei, aber von Anfang an mit Söldner und "Menschenrechtsaktivisten" wie heute Terroristen, die die USA bezahlen, in deren Propagandapresse heissen. Natürlicher erwischen die syrischen Regierungstruppen (bis vor kurzem hier Assads Schergen genannt) in der Bekämpfung der ausländischen Terroristen auch die US-Söldner. Die tragen eben keine US-Uniformen und fahren die gleichen US-Schrottschlitten wie die islamischen Dschihadisten, die diese US-Söldner ebenfalls bekämpfen.
stefan.martens.75 17.06.2016
5. Die Wahrheit ist eine Andere
Die Verbündeten des Westens sind Feinde der Russen. So einfach ist das! Und in meinen Augen gibt es für beide Sichtweisen Argumente und es ist überhaupt nicht gesagt, dass einer der Beiden Seiten hier Recht oder Unrecht hat. Die Russen bekämpfen alles was gegen die Regierung in Syrien kämpft. Der Westen nur den IS der auch gegen die Regierung kämpft aber Andere Gruppen nicht, die werde unterstützt........ Genauso wie der Russe die schwer auseinanderhalten kann, dürfte der Westen da auch Schwierigkeiten mit haben. Bärtige Männer mit Kalaschnikow sehen nunmal recht ähnlich aus. Motive stehen nicht auf der Stirn.
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