Syrienkrieg Russland verkündet Waffenruhe für Aleppo

Kurzes Luftholen für die umkämpfte Stadt? Russland sagt, in Aleppo gelte seit Mitternacht eine Waffenruhe für 48 Stunden. Doch schon am Morgen schlugen in der Stadt wieder Granaten ein.

Rauch über Aleppo (Bild vom 2. Juni 2016)
REUTERS

Rauch über Aleppo (Bild vom 2. Juni 2016)


Im syrischen Aleppo sollen die Waffen seit Mitternacht für zwei Tage schweigen, das meldet zumindest das russische Verteidigungsministerium. Der Regierung in Moskau zufolge haben die Konfliktparteien im syrischen Bürgerkrieg für die umkämpfte Großstadt eine Waffenruhe vereinbart.

Oppositionsaktivisten registrierten am frühen Donnerstagmorgen jedoch vereinzelte Granatenangriffe, so die Nachrichtenagentur AP. Waffenruhen für Aleppo waren auch in der Vergangenheit erklärt und nicht gehalten worden.

Unklar blieb zunächst auch, ob auch der Rest des Landes in die Vereinbarung einbezogen ist. Eine Sprecherin des US-Außenministeriums bestätigte, dass es eine Einigung gegeben habe. Sie erklärte allerdings, dass die Waffenruhe nicht geografisch oder zeitlich begrenzt sei.

US-Außenminister John Kerry hatte Russland am Mittwochnachmittag aufgefordert, das syrische Regime zur Umsetzung einer landesweiten Feuerpause zu drängen.

Unabhängig von der nun vereinbarten Feuerpause existiert auf dem Papier weiter die Waffenruhe von Ende Februar. Sie sieht jedoch Ausnahmen für bestimmte Gebiete und Extremistengruppen vor und wurde wiederholt gebrochen.

Der Bürgerkrieg in Syrien tobt seit fünf Jahren. Den Kämpfen zwischen der syrischen Armee unter Befehl des Machthabers Baschar al-Assad, Dutzender Rebellengruppen und den internationalen Kriegsparteien Russland, USA, Iran, Frankreich sind bislang rund 400.000 Menschen zum Opfer gefallen, schätzen Uno und Arabische Liga. Millionen Menschen sind geflohen.

cht/dpa/AFP/AP



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