Krieg in Syrien Filmreife Protestaktion vor Uno-Hauptsitz

Mit drei roten Werbetafeln haben Hilfsorganisationen auf die dramatische Lage in Syrien aufmerksam gemacht. Nicht die erste Aktion im Stil des Oscar-nominierten Films "Three Billboards".

Kleinlaster mit den Werbetafeln in New York
AFP

Kleinlaster mit den Werbetafeln in New York


In dem Oscar-nominierten Drama "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" prangert eine verzweifelte Frau die nachlässigen Ermittlungen der Polizei zum Mord an ihrer Tochter an. Am Donnerstag fuhren Laster mit drei ähnlichen Motiven durch New York - nur ging es dabei nicht um einen Kriminalfall, sondern die Lage in Syrien. Und der Adressat war kein Polizist, sondern der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen.

"500 000 Tote in Syrien" - "Und immer noch kein Handeln?" - "Wie kann das sein, Sicherheitsrat?", stand auf den roten Werbetafeln. Mehrere Hilfsorganisationen hatten die Aktion zusammen geplant. Kurz nachdem die Laster vor dem Uno-Hauptgebäude auffuhren wollte sich der Sicherheitsrat mit der Situation im syrischen Rebellengebiet Ost-Ghuta beschäftigen. (Lesen Sie hier mehr zum Thema.)

Die Region vor den Toren der syrischen Hauptstadt Damaskus steht seit Wochen unter Dauerbeschuss durch syrische Regierungstruppen. Machthaber Baschar al-Assad will die Rebellenhochburg zurückerobern. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden in den vergangenen fünf Tagen dort 335 Zivilisten getötet, mehr als 1700 Menschen wurden verletzt. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen, haben sich aber in der Vergangenheit als zuverlässig erwiesen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) prangerte am Donnerstag die Gefechte in Syrien als "Massaker" an. "Wir müssen alles, was in unserer Kraft steht, tun, damit dieses Massaker ein Ende findet", sagte sie im Bundestag in einer Regierungserklärung. Selbst das Kinderhilfswerk der Uno, Unicef, fand einer Pressemitteilung zufolge keine Worte mehr für die Lage vor Ort.

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Angriffe auf Ost-Ghuta: Aleppo 2.0

Die Aktion vor dem Uno-Hauptquartier war nicht die erste im "Three Billboards"-Stil. Ähnliche Tafeln waren vor einigen Tagen bereits vor dem Büro von US-Senator Marco Rubio in Miami im US-Bundesstaat Florida aufgetaucht. "In der Schule abgeschlachtet", "Und noch immer keine Gesetze zur Waffenkontrolle", "Wie kommt's, Marco Rubio?", war darauf zu lesen. Hintergrund war das jüngste Massaker an einer High School im nicht weit von Miami entfernten Parkland mit 17 Toten.

vks/dpa

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