Syrienkrieg Assads Top-General droht Flüchtlingen

Issam Zahreddine, Generalmajor der Republikanischen Garden, hat eine klare Botschaft an syrische Flüchtlinge im Ausland: "Kehrt nicht zurück! Wir werden Euch niemals verzeihen."

Issam Zahreddine
AFP

Issam Zahreddine


Die Frage, ob und wann syrische Kriegsflüchtlinge aus Deutschland in ihre Heimat zurückkehren müssen, ist ein wichtiges Thema im Bundestagswahlkampf. Das syrische Regime hat dazu seine ganz eigene Meinung.

Issam Zahreddine, Generalmajor der Republikanischen Garden und einer der wichtigsten Militärs von Diktator Baschar al-Assad, hat eine klare Drohung an die insgesamt mehr als fünf Millionen Syrer ausgesprochen, die vor dem Krieg ins Ausland geflüchtet sind. "Kehrt nicht zurück! Selbst wenn der Staat euch vergibt, wir werden niemals vergessen und verzeihen", sagte Zahreddine in einem Liveinterview mit dem syrischen Staatsfernsehen. Dann bekräftigt er mit einem Lächeln: "Ein Rat von diesem Bart: Kommt nicht zurück!" Die umstehenden Offiziere lachen hämisch.

Zahreddine befehligt mehrere tausend Soldaten, er ist einer der mächtigsten Männer Syriens. Seine Einheiten waren in den vergangenen Jahren im Syrienkrieg an Offensiven im Umland von Damaskus sowie an der Schlacht um Aleppo beteiligt. Syrische Oppositionelle werfen Zahreddine und seinen Truppen Kriegsverbrechen vor. Zuletzt leitete er die Eroberung der jahrelang von der Terrororganisation "Islamischer Staat (IS) gehaltenen Großstadt Deir al-Sor im Osten Syriens. Am dortigen Flughafen fand auch das Interview statt, in dem der Generalmajor seine Drohung aussprach.

Offiziell gibt das Assad-Regime vor, eine "nationale Versöhnung" in Syrien anzustreben. Syrer, die nicht gegen die Regierung kämpften, hätten demnach nichts zu befürchten. Zahreddines Drohung ist ein weiterer Beleg dafür, dass das nur leere Worte sind. Denn seine Worte richten sich an alle Flüchtlinge - in den Augen des Generalmajors sind sie offenbar Verräter, die bestraft werden müssten.

syd

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