Bürgerkrieg in Syrien USA finden zu wenige gemäßigte Rebellen

Die US-Armee will 5000 syrische Aufständische für den Kampf in ihrem Heimatland ausbilden. Doch bislang haben erst 200 Männer das Training begonnen - man findet nicht genügend Rebellen, die sowohl gegen das Assad-Regime als auch den IS kämpfen wollen.

Syrische Aufständische in Daraa: "Wir haben einfach nicht genügend Rekruten"
REUTERS

Syrische Aufständische in Daraa: "Wir haben einfach nicht genügend Rekruten"


Seit Mai bildet das US-Militär in Jordanien und der Türkei syrische Rebellen aus, die später in ihrem Heimatland gegen das Assad-Regime und die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) kämpfen sollen. Innerhalb eines Jahres sollen 5000 Aufständische das Training durchlaufen, die USA lassen sich das 500 Millionen US-Dollar kosten.

Doch bislang läuft das Programm nur sehr schleppend an. Bislang hätten sich 6000 Freiwillige gemeldet, teilte das Pentagon mit. Von denen seien 2000 geprüft worden, etwa 1500 hätten ein erstes Auswahlverfahren absolviert. Weniger als 200 Kämpfer haben das Training begonnen, kein einziger hat es bislang erfolgreich abgeschlossen.

Das Problem: Die USA wollen nur Männer ausbilden, die sich verpflichten, sowohl gegen das Regime in Damaskus, als auch gegen die Dschihadisten des IS und der Nusra-Front zu kämpfen. "Es erweist sich als sehr schwierig, Leute zu finden, die beide Kriterien erfüllen", sagte Verteidigungsminister Ashton Carter in Washington. "Wir haben genügend Trainingsstätten für sie, aber im Moment haben wir einfach nicht genügend Rekruten."

Trotzdem wolle das Pentagon an dem Programm festhalten, betonte Carter. "Es ist ein bisschen zu früh, um aufzugeben", sagte US-Generalstabschef Martin Dempsey. "Mit irgendjemandem müssen wir ja zusammenarbeiten."

Derzeit habe das Pentagon auch noch keine Entscheidung darüber gefällt, wie die Rebellen nach ihrer Rückkehr nach Syrien unterstützt werden sollen. Im Gespräch seien die Weitergabe von Geheimdienstinformationen, logistische Hilfe und Unterstützung durch US-Luftangriffe.

"Wir haben bis jetzt noch keine Entscheidung getroffen, weil wir noch nicht an dem Punkt sind, sie in Syrien einzusetzen", sagte Dempsey. Im vergangenen Jahr hatte der General gesagt, er halte die Zahl von 5000 auszubildenden Aufständischen ohnehin für zu niedrig. Um Gebiete zu erobern, brauche es zwischen 12.000 und 15.000 Rebellen.

syd/AFP

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