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Grenze zu Syrien: Türkei schießt russischen Kampfjet ab

Das türkische Militär hat an der Grenze zu Syrien ein russisches Kampfflugzeug abgeschossen. Die Maschine soll zuvor türkischen Luftraum verletzt haben. Der Kreml bestreitet das und spricht von einem "sehr ernsten Vorfall".

Das türkische Militär hat an der Grenze zu Syrien nach eigenen Angaben ein Kriegsflugzeug abgeschossen, nachdem es türkischen Luftraum verletzt habe. Russland bestätigte den Abschuss des Bombers vom Typ Suchoi Su-24. Das Verteidigungsministerium in Moskau bestritt jedoch, dass das Kampfflugzeug sich in türkischem Luftraum befand: Man könne beweisen, dass das Flugzeug die ganze Zeit über Syrien geflogen sei.

Laut türkischem Militär hatten sich zwei russische Flugzeuge der türkischen Grenze genähert und wiederholt den Luftraum verletzt. Nach mehrfachen Warnungen sei eins abgeschossen worden.

Das türkische Militär hat laut CNN Türk die Flugroute des Jets folgendermaßen dargestellt. Russland bestreitet diese Route:

Es gibt widersprüchliche Angaben darüber, wie die Suchoi getroffen wurde. Die türkische Regierung teilte mit, zwei F16-Kampfjets hätten den Eindringling abgeschossen. Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte hingegen, das Flugzeug sei vermutlich nach Beschuss vom Boden aus abgestürzt.

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Syrisch-türkische Grenze: Der Absturz der Su-24
Ein Videofilm zeigt ein Flugzeug, das von einem Geschoss getroffen wird. Auf dem Film ist eine Stichflamme zu sehen. Anschließend kippt der getroffene Kampfjet vorne über und rast auf den Boden zu. Hinter einem Hügel stürzt er ab, Rauchwolken sind zu sehen. Der TV-Sender Haberturk TV zeigte Bilder des brennenden Wracks. Außerdem war zu sehen, wie sich offenbar zwei Piloten mit dem Fallschirm retteten.

Nach Berichten der Fernsehsender CNN-Türk und NTV ist die Maschine auf syrischer Seite niedergegangen. Syrische Aktivisten berichteten, das Flugzeug sei in der syrischen Küstenprovinz Latakia abgestürzt.

Aus der türkischen Provinz Hatay, die an Latakia grenzt, berichten Augenzeugen, türkische Hubschrauber würden über der Absturzstelle kreisen, auf der Suche nach einem der Piloten. Rebellen würden allerdings auf die Helikopter schießen und verhindern, dass sie dort landen.

Ein Pilot ist laut einem Medienbericht von syrischen Rebellen gefangengenommen worden. Er sei in der Gewalt von turkmenischen Einheiten, die gegen den syrischen Machthaber Baschar al-Assad kämpfen, meldete der Sender CNN-Türk.

Zuletzt war am 3. Oktober ein russischer Kampfjet in türkischen Luftraum eingedrungen. Einen weiteren Vorfall, den die Nato Russland vorwarf, bestritt das Verteidigungsministerium in Moskau. Bei dem ersten Vorfall hatte die Türkei eigene Kampfjets in die Luft geschickt, um den Eindringling abzudrängen. Zudem hatte Ankara den russischen Botschafter einberufen und offiziell protestiert. Die Nato hatte Russland "unverantwortliches Verhalten" vorgeworfen und gewarnt, dass jeder Eindringling "wie ein Feind" behandelt werden würde.

In Syrien kämpfen zahlreiche Länder mit Luftangriffen gegen den IS, darunter auch die USA und Frankreich, das seine Attacken zuletzt intensiviert hat. Auch Russland fliegt Angriffe gegen Gegner von Syriens Machthaber Assad.

anr/kaz/Reuters/dpa

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