Krieg in Syrien Medizinische Helfer sterben bei Luftangriff

Kampfflugzeuge haben im Norden Syriens eine Versorgungseinrichtung angegriffen. Laut der Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden dabei vier Mitarbeiter einer Ärzteorganisation getötet.


Bei einem Luftangriff im Norden Syriens sind nach Angaben von Aktivisten auch vier Mitarbeiter einer medizinischen Hilfsorganisation getötet worden. Kampfflugzeuge hätten eine ärztliche Versorgungseinrichtung in dem Ort Chan Tuman getroffen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Zwei der Toten waren demnach für die Union of Medical Care and Relief Organizations (UOSSM) als Krankenpfleger im Einsatz, die beiden anderen als Fahrer von Rettungswagen. UOSSM teilte mit, ein Krankenpfleger befinde sich wegen schwerer Verbrennungen noch in kritischem Zustand.

Die Mitarbeiter waren in zwei Krankenwagen zu der Klinik in Chan Tuman in der Provinz Aleppo unterwegs, um mehrere Patienten abzuholen.Das dreistöckige Krankenhaus wurde demnach völlig zerstört. Weitere Opfer wurden unter den Trümmern befürchtet.

Die Angaben aus dem Kriegsgebiet sind nur schwer überprüfbar, die Informationen der Beobachtungsstelle haben sich in der Vergangenheit aber häufig als richtig herausgestellt.

Das dreistöckige Krankenhaus wurde demnach völlig zerstört. Die Klinik behandelte der Hilfsorganisation zufolge monatlich rund 750 Menschen.

Unklar war zunächst, wer für den Bombenangriff verantwortlich war. In der Region fliegen normalerweise nur Syrien und sein Verbündeter Russland Luftangriffe. Syriens Militär hatte am Montagabend die Waffenruhe nach einer Woche für beendet erklärt. Kurz darauf begannen Jets mit heftigen Luftangriffen auf Rebellengebiete in der Provinz Aleppo und der gleichnamigen Stadt. Getroffen wurden in der Region auch Lastwagen eines Uno-Konvois mit Hilfsgütern für Notleidende.

cte/dpa/Reuters/AFP



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