Syrienkrieg Mehr als 30 Zivilisten bei Luftangriffen auf Idlib getötet

In Syrien haben Luftangriffe auf die Rebellenprovinz Idlib offenbar mehr als 30 Menschen das Leben gekostet, mehrere Dörfer wurden angegriffen. Die Opposition macht Assads Luftwaffe verantwortlich.

Zerstörte Lastwagen in der Provinz Idlib
AFP

Zerstörte Lastwagen in der Provinz Idlib


Bei Luftangriffen der syrischen Regierungstruppen in der Provinz Idlib sind laut Aktivisten binnen 24 Stunden mehr als 30 Zivilisten getötet worden.

Allein am Montag habe es 16 Tote gegeben, darunter elf auf einem Markt der Stadt Sarakeb, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) mit. Rettungskräfte in Idlib berichteten, dass mehrere Dörfer aus der Luft angegriffen worden seien, auch ein Krankenhaus sei ins Visier geraten. Laut den nicht unabhängig überprüfbaren Angaben von SOHR seien am Sonntag 17 weitere Zivilisten ums Leben gekommen. Die Aktivistengruppe mit Sitz in London steht der syrischen Opposition nahe, ihre Angaben haben sich in der Vergangenheit aber meist als verlässlich erwiesen.

Die Regierungstruppen von Machthaber Baschar al-Assad gehen mit russischer Luftunterstützung seit Ende Dezember gegen das Dschihadistenbündnis Hajat Tahrir al-Scham (HTS) vor, das den Großteil der Provinz Idlib kontrolliert. Das Bündnis wird vom früheren Qaida-Ableger Dschabhat Fatah al-Scham dominiert.

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Idlib ist die letzte Provinz Syriens, die noch von Rebellen kontrolliert wird. Seit Beginn ihrer Offensive hat die Armee unter anderem den Militärflughafen Abu Duhur erobert. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind in den vergangenen sechs Wochen mehr als 200.000 Menschen vor den vorrückenden Regierungstruppen gen Norden geflüchtet.

cht/AFP/Reuters



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