Krieg in Syrien Zivilisten bei Luftangriffen auf Aleppo getötet

Mit russischer Hilfe hat das syrische Regime erneut den Ostteil Aleppos bombardiert. Dabei starben mindestens zwölf Zivilisten, darunter mehrere Kinder.


Bei Luftangriffen auf den von Rebellen gehaltenen Ostteil der syrischen Großstadt Aleppo sind nach Angaben von Menschenrechtlern mindestens zwölf Zivilisten getötet worden. Unter den Todesopfern seien mindestens fünf Kinder, teilten die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sowie Helfer mit. Die Angriffe seien von den Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad mit russischer Unterstützung ausgeführt worden, hieß es.

Die Weißhelme sprachen von vierzehn Toten, darunter acht Kinder. Ein Sprecher der Hilfsorganisation sagte der Nachrichtenagentur dpa, es seien besonders schwere Bomben eingesetzt worden: "Wir nennen sie Erdbeben, weil sie so viel Krach machen und so große Schäden anrichten." Die Weißhelme suchen in der umkämpften Stadt nach Überlebenden.

Nach Angaben der in London ansässigen Beobachtungsstelle sind seit Ende der kurzen Waffenruhe im September in Aleppo und Umgebung 702 Zivilisten getötet worden, darunter 141 Kinder. Die ehemalige Handelsmetropole ist das am stärksten umkämpfte Gebiet im syrischen Bürgerkrieg. Anhänger des Regimes kontrollieren den Westen, Rebellen den Osten. Gespräche zwischen den USA, Russland und Staaten aus der Region zur Lösung des Konflikts waren am Wochenende ohne Ergebnis geblieben.

Am heutigen Montag beraten in Luxemburg die EU-Außenminister über zusätzliche Sanktionen gegen das syrische Regime. Für weitere Sanktionen gegen Russland, das den Diktator Assad unterstützt, habe sich bei dem Treffen jedoch keiner der Gesandten ausgesprochen, so die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini.

say/dpa

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