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Bürgerkrieg in Syrien: Merkel will Gespräche mit Diktator Assad

Syriens Staatschef Assad: "Es muss mit vielen Akteuren gesprochen werden" Zur Großansicht
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Syriens Staatschef Assad: "Es muss mit vielen Akteuren gesprochen werden"

Es wäre eine Kehrtwende in der Syrien-Politik des Westens: Kanzlerin Merkel bringt erstmals direkte Gespräche mit Diktator Assad ins Spiel. Genau das fordert auch Russland - und droht mit Luftschlägen.

Für eine Lösung des Syrien-Konflikts hält Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nun doch auch Gespräche mit Syriens Staatschef Baschar al-Assad für nötig. "Es muss mit vielen Akteuren gesprochen werden, dazu gehört auch Assad", sagte Merkel beim EU-Sondergipfel zur Flüchtlingskrise in Brüssel. Es müssten aber auch andere Akteure in der Region einbezogen werden wie Iran oder Saudi-Arabien.

Ein Zugehen auf Assad wäre eine Kehrtwende in der Syrien-Politik des Westens. Bisher lehnen insbesondere die USA eine Zusammenarbeit mit dem Diktator ab, Washington fordert seinen Sturz. Russland hingegen unterstützt Assad.

Der Bürgerkrieg in Syrien ist die Hauptursache für die europäische Flüchtlingskrise. Sowohl die Gewalt der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) als auch die Fassbomben des Assad-Regimes treiben Millionen Menschen in die Flucht. Viele sind schon in den vergangenen Jahren in Nachbarländer geflohen und machen sich nun angesichts der anhaltenden Gewalt in ihrer Heimat und der schlechten Versorgungslage in den überfüllten Flüchtlingslagern Richtung Europa auf.

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Satellitenfotos: Russland baut Militärpräsenz aus

Immerhin: Russlands Präsident Wladimir Putin will sich mit den USA, Iran und der syrischen Armee über ein militärisches Vorgehen gegen den IS abstimmen. Gleichzeitig aber verschärft Moskau das Säbelrasseln in der Region und setzt den Westen unter Druck.

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg bereitet Putin sogar schon Luftangriffe in Syrien vor. Der Präsident würde auf eigene Faust losschlagen, sollten die USA seine Bemühungen um gemeinsame Schritte zurückweisen, heißt es in dem Bericht.

In den vergangenen Tagen und Wochen hatte es immer wieder Berichte und Informationen darüber gegeben, dass Russland verstärkt Militärgerät und Truppen nach Syrien verlegt. Offenbar baut Moskau unter anderem seinen Marinestützpunkt bei Latakia massiv aus.

Im Video: Merkel fordert eine "globale Kraftanstrengung"

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SPIEGEL ONLINE

kev/AFP/dpa/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 337 Beiträge
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1.
mihama 24.09.2015
Könnte Washington sich nicht aus kontinentaleurasischer Politik heraushalten? Um der prekären Lage entgegenzuwirken muss man sich mit allen auf einen Konsens einigen, das lernt man als Kind in der Schule. Wieso aber nicht als Politiker?
2. berichtet doch mal objektiv...
gutenmorgen123 24.09.2015
...und hinterfragt mal, warum die USA keine Gespräche will... warum der IS so groß geworden ist...von wem er unterstützt wurde... das sind Fragen, die nur Randnotizen in der "unabhängigen Presse" sind
3. Nicht zu fassen
weem 24.09.2015
Nachdem das Land zerbombt und die Bevölkerung auf der Flucht ist, jetzt, wo das Kind endgültig in den Brunnen gefallen ist, kommt Frau Raute auf die glorreiche Idee, dass man ja mal mit dem Protagonisten darüber sprechen könnte..Chapeau für diesen Gedankenblitz!
4. Man höre, den USA abgewandte Töne aus dem Kanzleramt?
Eppelein von Gailingen 24.09.2015
Assad einbinden, was Putin ebenfalls fordert. Der ist eher am Absatzmarkt für seine Waffenexporte interessiert. Ist vernünftig, hat Hand und Fuß, Merkel muss nach dieser Ankündigung handeln. Termin und ab in den Bau des angekratzten Löwen, zusammen mit Putin. Sehen was dabei herauskommt. Die Golfstaaten mit ihrem märchenhaften Reichtum anpumpen, die Saudis haben auch nur, aber monarchistische Staatsform. Schließlich den Iran, der sich mehr dem Westen nach dem sehr langen Embargo zuwendet. Das wäre die Wende. Nur, was sollen die Flüchtlinge in den Kriegstrümmern und ihrem demolierten Besitz. Hier Milliarden, dort Milliarden in Aufbauhilfe stecken. Das Ganze finanzieren die USA - der George Double U und sein Cheney, plus Rumsfeld als die Verursacher.
5. Realitäten anerkennen!
rwinter77 24.09.2015
Endlich löst sich unsere Kanzlerin vorsichtig von der im Westen vorherrschenden dogmatischen Sichtweise auf den Syrienkonflikt. Es ist eben nicht nur ein Volksaufstand gegen ein repressives Regime, sondern auch ein Kampf um die regionale Vorherrschaft zwischen dem arabisch-sunnitischen Lager um Saudi-Arabien und der schiitischen Allianz mit dem Iran und Syrien. Die eine Seite wird vom Westen unterstützt, die andere von Russland. Und es ist schon erstaunlich, dass sich Assad so lange halten konnte, wenn auch zum Preis eines verwüsteten Landes. Frau Merkel sollte aber auch nicht vergessen, mit der Türkei und Israel zu reden, die ebenfalls in den Konflikt verstrickt sind!
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