Nordsyrien Mindestens zehn türkische Soldaten bei Gefechten mit IS getötet

Im Norden Syriens hat es schwere Kämpfe zwischen der türkischen Armee und dem IS gegeben. Die Türkei versucht, die Stadt Al-Bab zu erobern. Dabei sind mindestens zehn Soldaten ums Leben gekommen.


Knapp vier Monate nach dem Einmarsch der Türkei in Nordsyrien ist es dort zu den bislang schwersten Gefechten mit der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gekommen. Die türkische Nachrichtenagentur DHA meldete unter Berufung auf das Militär, bei den Kämpfen nahe der vom IS gehaltenen Stadt Al-Bab seien mindestens zehn türkische Soldaten ums Leben gekommen. 18 weitere Soldaten seien verletzt worden, sechs davon schwer.

Bei den Gefechten sollen laut der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu 138 Terroristen "neutralisiert" worden sein. Damit ist im Sprachgebrauch türkischer Behörden gemeint, dass die IS-Kämpfer entweder getötet, verletzt oder gefangen genommen wurden. Demnach habe die türkische Luftwaffe in der Region 67 Stellungen der Terrormiliz angegriffen. Anadolu berichtete weiter, mit Unterstützung von Rebellen sei es gelungen, die Straße zwischen Al-Bab und Aleppo unter Kontrolle zu bringen. Die sogenannte Nachrichtenagentur des IS, Amak, meldete, ein Selbstmordangriff habe die türkische Armee und syrische Rebellen westlich von Al-Bab getroffen. Einzelheiten wurden nicht genannt.

Im August hatte die Türkei eine Bodenoffensive in Syrien begonnen, mit der sie Rebellen unterstützt. Seitdem haben die Verbündeten im Zuge der Operation "Schutzschild Euphrat" den IS bereits von der türkisch-syrischen Grenze verdrängt. Das nächste Ziel ist nach türkischen Regierungsangaben, Al-Bab einzunehmen. Bislang wird die Stadt vom "Islamischen Staat" beherrscht. Die Türkei verfolgt in Nordsyrien aber noch andere Ziele - sie bekämpft zugleich die Kurdenmiliz YPG, die eng mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK verbunden ist.

max/dpa

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