Überwachung der Feuerpause Mitarbeiter von US-Hotline zu Syrien sprechen kaum Arabisch

Das US-Außenministerium hat eine Hotline eingerichtet, unter der Syrer Verstöße gegen die Waffenruhe melden sollen. Doch manche Mitarbeiter können offenbar kaum Arabisch.

Syrische Kämpfer bei Latakia
AP/dpa

Syrische Kämpfer bei Latakia


001-202-736-7829: Das ist die Telefonnummer, unter der Syrer Verstöße gegen die seit Samstag geltende Feuerpause in ihrem Land melden sollen. Wer dort anruft, landet bei Mitarbeitern des US-Außenministeriums in Washington. Sie haben sich freiwillig gemeldet und sitzen zusätzlich zu ihren sonstigen Aufgaben am anderen Ende der Hotline.

Doch manche von ihnen sprechen offenbar kaum Arabisch. "Wir sind uns bewusst, dass es einige Sprachprobleme gibt und wir arbeiten daran", sagte US-Außenamtssprecher Mark Toner. "Wegen der knappen Zeit wurden einige Freiwillige offenbar nicht ausreichend auf ihre Sprachfähigkeiten hin getestet."

Zuvor hatten sich Syrer beschwert, dass die US-Mitarbeiter sie nicht richtig verstanden hätten. Der Journalist Osama Abu Zeid hatte etwa am Montag versucht, russische Luftangriffe auf Gebiete südlich von Hama zu melden.

Zuerst habe ein Mitarbeiter der Hotline gesagt, der Anrufer habe sich verwählt und aufgelegt. Beim zweiten Versuch sei ein anderer Mitarbeiter ans Telefon gegangen. Dieser habe in dem vierminütigen Gespräch aber große Probleme gehabt zu folgen.

Abu Zeid habe während des Telefonats vier Mal den Namen des betreffenden Ortes in Syrien genannt, Hirbnafsa, und den Namen auch buchstabiert. Der Mitarbeiter des State Departments habe jedoch jedes Mal "Harb Bebsi" verstanden. Übersetzt bedeutet das soviel wie "Pepsi-Krieg".

Das US-Außenministerium will nun dafür sorgen, schnellstens eine ausreichende Anzahl von Mitarbeitern mit ausreichenden Arabisch-Kenntnissen zu finden.

Für die syrischen Anrufer ist das Telefonat übrigens kostenpflichtig.

syd/AFP

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