Syrienkrieg Moskau bestätigt Tod von Russen durch US-Luftangriff

Zuerst schwieg Moskau tagelang, jetzt kam die Bestätigung durch das Außenministerium: Fünf Russen kamen durch US-Bomben in Syrien ums Leben.

Außenamtssprecherin Sacharowa
AP

Außenamtssprecherin Sacharowa


Bei einem Bombenangriff der US-Luftwaffe vor einer Woche sind in Syrien kamen rund hundert Menschen ums Leben, darunter auch russische Staatsbürger. Das bestätigte jetzt eine Sprecherin des Außenministeriums in Moskau. Es handele sich um "fünf Tote, die vermutlich russische Staatsbürger sind", sagte Maria Sacharowa. Es handele sich aber nicht um russische Soldaten, sagte die Sprecherin der Agentur Interfax zufolge.

Über den Vorfall vom 7. Februar hatte Moskau bisher geschwiegen: Bei einem Gefecht nahe der Stadt Dair as-Saur hatte eine Truppe, die mutmaßlich aus syrischen Milizen und russischen Söldnern bestand, eine Stellung der kurdisch geführten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) angegriffen. Die US-Luftwaffe wehrte den Angriff auf ihre Verbündeten ab, wobei nach Einschätzungen des US-Zentralkommandos etwa hundert Angreifer getötet wurden.

Mindestens zwei russische Kämpfer seien dabei ums Leben gekommen, meldete die BBC daraufhin unter Berufung auf Angehörige. Der US-Sender CNN hatte zuvor mindestens vier russische Opfer gemeldet, darunter einen 51-Jährigen, dessen ultranationalistische Kosakengruppe den Tod des Mannes "fürs Vaterland und den orthodoxen Glauben" gerühmt haben soll.

Russland dementiert bislang, dass es neben der regulären Armee in Syrien auch eine private Sicherheitsfirma unter dem Namen Wagner einsetzt. Sacharowa sagte, dass Meldungen über mehrere Hundert russische Tote Desinformation seien. Russische Internet-Rechercheure und Medien haben bislang elf getötete Russen identifiziert.

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Rossija 24

als/dpa



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