Bürgerkrieg in Syrien EU verhängt neue Sanktionen gegen Assad-Regime

Europa erhöht den Druck auf den syrischen Diktator: Die EU hat ihre Sanktionen gegen das Assad-Regime ausgeweitet. Dazu gehören Kontosperrungen und Einreiseverbote.

Rebellen im syrischen Bürgerkrieg: Die EU schwächt Assad diplomatisch
AFP

Rebellen im syrischen Bürgerkrieg: Die EU schwächt Assad diplomatisch


Luxemburg - Die Europäische Union hat ihre Strafmaßnahmen gegen das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad verschärft. Die Außenminister der 28 EU-Staaten beschlossen in Luxemburg, unter anderem gegen 16 weitere Personen Kontensperrungen beziehungsweise zusätzlich Einreiseverbote zu verhängen.

Damit stehen künftig 211 Personen und 63 Unternehmen oder Organisationen auf der Liste der EU. Zudem einigten sich die Außenminister auf ein Exportverbot für Flugzeugtreibstoffe. Diese Strafmaßnahme sei notwendig, da das Assad-Regime Flugzeuge für willkürliche Angriffe gegen Zivilisten nutze, hieß es.

Zuletzt hatten die EU-Außenminister im Juni gegen zwölf Minister der syrischen Regierung Einreiseverbote beschlossen. Außerdem wurden "wegen ihrer Verantwortlichkeit für schwere Menschenrechtsverletzungen" die Konten der Regierungsmitglieder eingefroren.

Der Bürgerkrieg in Syrien hat bereits mehr als 200.000 Menschen das Leben gekostet. Seit Ausbruch der Unruhe Anfang 2011 sind Millionen Syrer auf der Flucht.

mxw/dpa



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insgesamt 49 Beiträge
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kimba_2014 20.10.2014
1.
Ein weiterer Beweis, dass man ISIS gar nicht wirklich bekämpfen will. Assad mag ein Schurke sein, aber er ist bereichenbar. Und er ist ein Feind der ISIS. Schwächt man ihn durch weiter Schritte, spielt man indirekt den ISIS Fanatikern in die Hände.
Lalla 20.10.2014
2.
In Syrien gab es Wahlen entgegen den Diktauren in Saudi-Arabien, Bahrein und Katar, wo einzelne Herrscherfamilie das Sagen haben. Das sind aber die Freunde der EU.
merkur08 20.10.2014
3. Was bringt das?
Russland, China und der Iran werden Assad alles geben was er braucht. Und unter Assad hatten Christen, Jessiden und andere Minderheiten die Möglichkeit auf beruflichen und sozialen Aufstieg. Und konnten ungestört leben. Galt übrigens auch für den Irak. Jetzt werden sie umgebracht oder versklavt. Eine tolle Befreiung.
fritz1 20.10.2014
4. seltsam!!!
Nun ist aber genug, die journalistische Darstellung erfolgt geradezu so, als ob die vermeintlichen 200 000 Opfer allein das syrische Regime zu verantworten hat! Hat nicht der Westen mit seinen Medien und seiner Propagande geradezu den „arabischen Frühling“ forciert und die Aufständischen , d,h. auch die Islamisten mit unterstützt. dh. Somit das jetzige Chaos herbeigeführt. Jetzt soll Assad mal wieder herhalten . Syrien war früher ein herrliches und liberales Land, auch wenn es keine Demokratie war!
fazil57guenes 20.10.2014
5.
Assad weiterhin zu schwächen bedeutet ISIS zu stärken. Ob uns Assad dieser Diktator nun gefällt oder nicht, so ist er immer noch der gewählte Präsident Syriens. Die grosse Mehrheit der Syrischen Bevölkerung steht immer noch hinter Assad und fast alle Syrer sehnen sich die Zeit vor dem Bürgerkrieg wieder zurück. Mit Russland, Iran und China, hat Syrien wenigstens 3 mächtige Staaten an seiner Seite. Der Westen unternimmt offensichtlich alles, damit die "ISIS" stärker und stärker wird; Hauptsache es schadet Assad und seinem russischen Verbündeten. Wenn Assad verliert, verliert Russland vielleicht seinen Marinestützpunkt an der Syrischen Küste.
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