Syrien Helfer bringen offenbar 600 Menschen aus IS-Hochburg

Aus einer der letzten Hochburgen der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" im Osten Syriens sind offenbar Hunderte Menschen in Sicherheit gebracht worden. Grund ist eine erwartete Großoffensive.

SDF-Kämpfer in Dair as-Saur (Archiv)
REUTERS

SDF-Kämpfer in Dair as-Saur (Archiv)


In Erwartung einer großen Offensive auf eine der letzten IS-Hochburgen in Syrien sind nach Angaben von Beobachtern Hunderte Menschen in Sicherheit gebracht worden. Mehr als 600 Menschen verschiedener Nationalitäten seien auf Lastwagen und mit Bussen aus der Ortschaft Al-Susa im Osten der Provinz Dair as-Saur geholt worden, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag.

Es sei die bislang größte Evakuierungsaktion der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) in der Region gewesen, hieß es. Dazu wurden laut Beobachtungsstelle rund 300 Kämpfer in das Gebiet verlegt.

Die mit den USA verbündeten kurdisch geführten SDF waren maßgeblich an der Bekämpfung der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) im Osten Syriens beteiligt. Die Dschihadisten kontrollieren nur noch kleinere Gebiete in der Grenzregion zwischen Syrien und dem Irak.

25.000 Menschen vor Kämpfen geflohen

Wegen der erwarteten Offensive auf diese Gebiete haben die SDF nach Angaben der Beobachtungsstelle seit Anfang Dezember bereits mehr als 16.000 Menschen aus den Gebieten in Sicherheit gebracht. Unter den Evakuierten sollen auch Hunderte Dschihadisten sein.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien bezieht ihre Informationen aus einem breiten Netzwerk an Informanten in Syrien. Die Angaben lassen sich unabhängig nur schwer überprüfen.

Im Osten Syriens sind in den vergangenen sechs Monaten nach Angaben des Uno-Flüchtlingswerks UNHCR rund 25.000 Menschen vor den Kämpfen geflohen. Die Flüchtlinge lebten in behelfsmäßigen Lagern und hätten mit dem Winterwetter, Wassermangel und Hunger zu kämpfen. Außerdem säßen rund um die Stadt Hadschin schätzungsweise 2000 Zivilisten fest.

wit/mst/dpa/AFP



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