Syrien Angriff auf Flughafen von Damaskus

Am internationalen Flughafen der syrischen Hauptstadt Damaskus hat es eine heftige Explosion gegeben. Handelte es sich um einen israelischen Angriff?

Flughafen in Damaskus
AP/ Ghouta Media Center

Flughafen in Damaskus


Am Flughafen von Damaskus ist es zu einer gewaltigen Explosion gekommen, große, schwarze Rauchwolken stiegen in den Himmel. Wer für den Angriff verantwortlich ist, war zunächst unklar.

Der israelische Geheimdienstminister Jisrael Katz erklärte jedoch im israelischen Radio, der Angriff stimme mit der Politik des Landes überein, Waffentransporte an die Hisbollah zu verhindern. Die Verantwortung für den Angriff übernahm er jedoch nicht.

Auch ein israelischer Militärsprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. Israelische Jets hatten in den vergangenen Monaten mehrfach Ziele in Syrien angegriffen. Die meisten dürften sich gegen die Hisbollah gerichtet haben, die gemeinsam mit Iran auf der Seite des syrischen Machthabers Baschar al-Assad kämpft.

Der pro-iranische Fernsehsender "al-Manar" der libanesischen Hisbollah-Miliz berichtet, die Explosion sei "wahrscheinlich" auf einen israelischen Luftangriff zurückzuführen. Betroffen waren demnach ein Treibstoffdepot sowie eine Lagerstätte in der Nähe des Flughafens. Durch die Explosion sei lediglich Sachschaden entstanden.

Nach Angaben der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, soll die Explosion in der gesamten syrischen Hauptstadt zu hören gewesen sein. Diese Organisation stützt sich auf ein Netzwerk von Informanten in Syrien. Ihre Angaben sind nur schwer zu überprüfen.

Syrien befindet sich im sechsten Jahr eines Bürgerkrieges, in dem bereits mehr als 400.000 Menschen getötet wurden. Zuletzt sorgte der mutmaßliche Gasangriff des Assad-Regimes in Chan Scheichun am 4. April für internationale Empörung. Dabei starben mindestens 87 Menschen.

Französische Experten haben im Auftrag der Regierung in Paris den Angriff untersucht. Sie kamen in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht zu dem Schluss, dass zweifelsfrei das Nervengas Sarin eingesetzt wurde. Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) hatte bereits in der vergangenen Woche erklärt, bei dem Angriff sei "unbestreitbar" Sarin oder eine ähnliche Substanz eingesetzt worden.

dop/AP/Reuters/dpa/AFP



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