Mutmaßlicher Giftgasanschlag Chemiewaffenexperten dürfen ins syrische Duma

Tagelang wurde Ermittlern der OPCW die Reise von Damaskus nach Duma verwehrt. Nun dürfen sie am Mittwoch dort hinreisen und den mutmaßlichen Giftgasanschlag untersuchen.

Duma, Syrien
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Duma, Syrien


Experten der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) dürfen am Mittwoch in die syrische Stadt Duma reisen. Dies wurde am Montag bei einer Pressekonferenz in der russischen Botschaft am OPCW-Sitz in Den Haag mitgeteilt.

Das Ermittlerteam soll den mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Duma vom 7. April untersuchen, bei dem unterschiedlichen Angaben zufolge zwischen 42 und 85 Menschen getötet worden sein sollen. Bisher hatte es keinen Zugang zu dem Ort in der Region Ost-Ghuta bekommen. Seit Samstag warteten die neun Experten der OPCW im benachbarten Damaskus auf ihre Weiterreise.

Der britische Botschafter Peter Wilson beschuldigte Russland und Syrien, die Ermittlungen zu blockieren. Das aber wies der russische Botschafter Alexander Schulgin entschieden zurück. Er begründete die Verzögerung mit Sicherheitsfragen.

Frankreich erklärte, Beweise für den Einsatz von Chemiewaffen durch die syrische Regierung zu haben. Auch die USA beschuldigen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad, für den Angriff verantwortlich zu sein - Assad und seine Verbündeten weisen das zurück. Russland stellt dagegen infrage, ob überhaupt ein Angriff stattfand.

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Syrien: Angriff in der Nacht

Als Vergeltungsmaßnahme für den mutmaßlichen Giftgasangriff hatten die USA, Großbritannien und Frankreich in der Nacht zum Samstag Ziele in Syrien angegriffen. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte das Vorgehen des Westens als Aggression verurteilt (Lesen Sie hier die Hintergründe zu den Luftangriffen in Syrien).

Die OPCW-Ermittler sollen ihren Bericht binnen 30 Tagen dem Exekutivrat der OPCW übergeben.

kry/AFP/dpa/Reuters

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