Syrien Chemiewaffen-Inspekteure haben Proben in Duma genommen

Wegen Sicherheitsbedenken mussten die Giftgasexperten der OPCW ihren Einsatz in Duma mehrfach verschieben. Nun haben sie ihre Arbeit in der syrischen Stadt aufgenommen.

Rauchwolken über der syrischen Stadt Duma
AFP

Rauchwolken über der syrischen Stadt Duma


Experten der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) haben mit der Untersuchung des mutmaßlichen Giftgasangriffes im syrischen Duma begonnen. Das Team habe in der Stadt bei Damaskus Proben genommen, die nun in Rijswijk in den Niederlanden analysiert werden sollten, teilte die OPCW mit. Der Westen macht die syrische Armee für den Angriff am 7. April mit Dutzenden Toten verantwortlich.

Die OPCW-Experten hatten tagelang auf den Einsatz warten müssen - als Grund wurden Sicherheitsprobleme genannt. Der Westen vermutet, die syrischen Regierung und ihre Schutzmacht Russland wollten die Untersuchung verschleppen.

Bei einer Erkundungstour waren am vergangenen Mittwoch Uno-Mitarbeiter in Duma beschossen worden. Nach Angaben des OPCW-Generaldirektors detonierte auch ein Sprengsatz. Mehrere Mitarbeiter wurden verletzt.

Schon zuvor hatte sich die OPCW-Mission verzögert, da laut der Regierung auf der Straße nach Duma noch Minen geräumt werden mussten. Großbritannien und Frankreich warfen Russland und Syrien eine Behinderung der Untersuchungen vor. (Lesen Sie hier mehr über die OPCW.)

Zwei Wochen nach dem Angriff ist allerdings fraglich, ob die Experten noch Spuren des Giftgasangriffs finden können. Bei dem Angriff waren unterschiedlichen Angaben zufolge zwischen 42 und 85 Menschen getötet worden. Für den Westen ist unstrittig, dass es einen Giftgasangriff gegeben hat. Frankreich hatte erklärt, Beweise für den Einsatz von Chemiewaffen durch die syrische Regierung zu haben. Auch die USA beschuldigen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad, für den Angriff verantwortlich zu sein.

Als Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgasanschlag hatten die USA mit Unterstützung Frankreichs und Großbritanniens am vergangenen Wochenende einen Militärschlag gestartet und mehr als hundert Marschflugkörper auf drei Ziele in Syrien abgefeuert. (Lesen Sie hier mehr zur Operation gegen das Chemiewaffenprogramm Assads.)

Die syrische Regierung und ihr Verbündeter Russland bestreiten den Einsatz von Chemiewaffen. Der syrische Uno-Botschafter Baschar al-Dschafari hatte mitgeteilt, die OPCW-Experten hätten noch nicht ihre Arbeit aufnehmen können, da sie noch auf grünes Licht des Uno-Sicherheitsteams warteten.

brk/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.