Aufstand gegen Assad: Syriens Opposition will Obersten Militärrat schaffen

Große Teile der bewaffneten Rebellengruppen in Syrien wollen einen neuen Obersten Militärrat anerkennen. Gut 260 Kommandeure sollen das Gremium bereits unterstützen - diese Einigung war eine Bedingung für neue Waffenlieferungen.

Bewaffnete Opposition: Gegner des Assad-Regimes zeigen im Juni in Idlib ihre Waffen Zur Großansicht
AP

Bewaffnete Opposition: Gegner des Assad-Regimes zeigen im Juni in Idlib ihre Waffen

Antalya - Kommandeure bewaffneter Gruppen der syrischen Opposition haben sich auf die Einrichtung eines Obersten Militärrats geeinigt. Das berichten übereinstimmend mehrere Nachrichtenagenturen und die "New York Times". Laut der "Times" sollen etwa 260 Kommandeure sich vor allem auf Druck Saudi-Arabiens und Katars verständigt haben. Diese Staaten hätten neue Waffenlieferungen davon abhängig gemacht, dass ein Oberkommando eingerichtet wird.

Weite Teile der syrischen Opposition hatten sich im November in Doha in Katar zusammengeschlossen. Die neue Gruppe im Kampf gegen den Machthaber Baschar al-Assad heißt Syrische Nationalkoalition für Opposition und Revolutionäre Kräfte. Mehrere Staaten erkannten die Vereinigung bereits als alleinige Vertretung des syrischen Volkes an. Der Generalsekretär der Organisation Mustapha Sabbagh sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Opposition werde die Bildung des Obersten Militärrats am kommenden Mittwoch in Marrakesch beim Treffen der Freunde Syriens verkünden.

Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND) Gerhard Schindler ist von einem baldigen Ende der syrischen Führung um al-Assad überzeugt. "Das Regime wird nicht überleben", sagte Schindler der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Die Führung in Damaskus verliere die Kontrolle über immer weitere Teile des Landes. Die Folge davon sei eine "Wagenburgmentalität". Assad konzentriere sich darauf, einzelne Gebiete zu halten, vor allem die Hauptstadt Damaskus sowie Kasernen und Flugplätze.

lis/AFP

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insgesamt 35 Beiträge
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1.
trallala34 08.12.2012
Oh, die Opposition versucht mal wieder sich irgendwie zu einigen. Wie soll das erst werden wenn das einzige verbindende Element (Wunsch nach Sturz Assads) wegfällt?
2. optional
darthkai 08.12.2012
Wieso bezeichnet man eine teils aus ausländischen, teils aus inländischen Söldnern bestehende, von den Saudis und Quatar ausgerüstete und finanzierte Truppe egtl als "syrische Opposition"? Die haben mehr Ähnlichkeit mit der Fremdenlegion, nur keine französiche, sondern eine saudische... Und wie genau definiert sich das "baldige Ende" Assads? Das wird nun schon sicher 1 1/2 Jahre propagiert, ohne dass sich am Status Quo groß was ändert. Allzu in die Enge getrieben kann sich der böse Superschurke ja noch nicht fühlen, wenn weiterhin nur ein paar Flugzeuge eingesetzt werden, während der Großteil der regulären Armee scheinbar Däumchen dreht. Erdgeschichtlich betrachtet ist die Einschätzung natürlich völlig korrekt, da treten wir alle sehr "bald" ab ;)
3. Nun ja, ...
topodoro 08.12.2012
damit ist es ja nun mal wieder bewiesen, dass Katar und Saudiarabien den Allahu Akbar "Aktivisten" die Waffen liefert. Woher sich aber die "Aktivisten das Recht nehmen, für alle Syrer zu sprechen, bleibt doch schleierhaft. Jeder, der diese undemokratische, und von Katar und SaudiArabien eingesetzte und finanzierte Gruppe , die sich "Syrische Nationalkoalition für Opposition und Revolutionäre Kräfte" nennt, als Repräsentant für ganz Syrien ansieht, ist selbst ein Teil des Syrienkonflikts.
4. Auch Syrien wird nun schon seit geraumer Zeit immerzu besiegt
edmond_d._berggraf-christ 08.12.2012
Vorsicht ist stets geboten, wenn die VSA mit ihren Siegen bzw. denjenigen ihrer Parteigänger prahlen: In Vietnam, wo mittels der Leichenzählungen immerzu von den VSA behauptet wurde, daß die vietnamesischen Truppen kurz vor dem Zusammenbruch stünden, aber dennoch die VSA diese aus keiner ihrer Bastionen wie dem eisernen Dreieck zu vertreiben im Stande waren und am Ende mit Schmach und Schande das Land räumen mußten. Ähnlich scheint es sich nun auch in Syrien zu verhalten: Denn obwohl die VSA und ihre Lakaien immerzu den nahen Zusammenbruch der syrischen Regierungsmacht verkünden, behauptet sich diese munter weiter; doch dient dies freilich auch als Kunstgriff, um einen Angriff auf Syrien schmackhaft zu machen, da man ja nur einem ohnehin schon geschlagenen Feind den Todesstoß geben müsse; hierzu passt auch das Chemiewaffenmärchen der VSA, wonach die syrische Regierung diese aus Verzweifelung einsetzen soll, obwohl dies den VSA einen Kriegsvorwand liefern würde.
5. Und...
topodoro 08.12.2012
Zitat von sysopGroße Teile der bewaffneten Rebellengruppen in Syrien wollen einem neuen Obersten Militärrat anerkennen. Gut 260 Kommandeure sollen das Gremium bereits unterstützen - diese Einigung war eine Bedingung für neue Waffenlieferungen. Syrien: Opposition will Obersten Militärrat einrichten - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-opposition-will-obersten-militaerrat-einrichten-a-871771.html)
... hat nicht schon am 11.08.2012 unser tüchtiger BND-Präsident Gerhard Schindler von der Endphase der jetzigen syrischen Regierung geprochen ? Was sagt er im April 2013 ?
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