Damaskus - Die Opposition will für die von ihr kontrollierten Zonen eine Übergangsregierung bilden. Darauf habe sich das größte Oppositionsbündnis Nationale Koalition geeinigt, sagte dessen Sprecher Walid al-Bonni am Freitag. Nach der Anschlagsserie vom Donnerstag mit "rund 100" Toten, so die Uno, wurden am Freitag bei Raketenangriffen auf das nordsyrische Aleppo mindestens zwölf Menschen getötet.
Al-Bonni sagte, über die Zusammensetzung einer Regierung für die Verwaltung der "befreiten Zonen" und ihren Vorsitzenden solle bei einem weiteren Treffen am 2. März in Istanbul entschieden werden.
Die Nationale Koalition tagt seit Donnerstag in Kairo. Bei den Gesprächen geht es vor allem um den Vorstoß des Chefs der Nationalen Koalition, Ahmed Moas al-Chatib, Verhandlungen mit Vertretern der Regierung von Präsident Baschar al-Assad aufzunehmen. Diese Initiative war international auf große Zustimmung gestoßen, der Syrische Nationalrat - eines der wichtigsten Mitglieder der Nationalen Koalition - hatte sich aber dagegen ausgesprochen.
Unterdessen sind bei dem jüngsten Anschlag am Freitag in Aleppo mindesten zwölf Menschen getötet und 50 verletzt worden, sagte der Leiter der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. Drei Raketen seien in Tarik al-Bab, einem Viertel im Osten der Stadt, eingeschlagen und hätten mehrere Wohnhäuser zerstört. Mehr Opfer könnten unter Trümmern begraben sein.
Bei den Anschlägen vom Donnerstag seien rund 100 Menschen in Damaskus getötet und 250 verletzt worden, sagte der internationale Syrien-Vermittler Lakhdar Brahimi. Die "grausame" Tat stelle nach internationalem Recht ein "Kriegsverbrechen" dar und sei durch nichts zu rechtfertigen, so der Diplomat. Ein Attentäter hatte am Donnerstag vor dem Sitz der regierenden Baath-Partei eine Autobombe gezündet. Zudem wurden drei weitere offenbar koordinierte Anschlägen auf Gebäude der Sicherheitskräfte im nördlichen Stadtteil Barse verübt.
Die Aufständischen kämpfen seit März 2011 gegen Präsident Assad. Nach Uno-Schätzungen wurden bislang mehr als 70.000 Menschen getötet.
jok/lei/AFP
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