Syrien: Rebellen attackieren Ziele in Damaskus

Syriens Hauptstadt Damaskus: Heftigste Kämpfte seit Monaten Zur Großansicht
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Syriens Hauptstadt Damaskus: Heftigste Kämpfte seit Monaten

Die syrischen Rebellen forcieren den Kampf in und um Damaskus. Die Truppen griffen Militärkontrollpunkte an und rückten weiter Richtung Stadtzentrum vor. Die syrische Armee antwortete mit massivem Einsatz von Militärhubschraubern gegen Oppositionshochburgen im Umland der Hauptstadt.

Damaskus - Syrische Rebellen haben mehrere Militärkontrollpunkte im Osten der Hauptstadt Damaskus angegriffen. Zudem rückten die Truppen weiter in Richtung Zentrum vor. Bewohner und Aktivisten sprachen von den schwersten Kämpfen seit Monaten. Zuvor hatten Oppositionelle eine "Entscheidungsschlacht" angekündigt. Laut der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London seien in der Nacht mindestens fünf Menschen bei den Kämpfen ums Leben gekommen.

Das syrische Staatsfernsehen berichtete, dass Rebellen zwei Granaten auf eine Bushaltestelle in einem Stadtteil der Hauptstadt abfeuerten. Dabei seien sechs Menschen, darunter vier Kinder, gestorben. Die Angaben konnten von unabhängiger Seite nicht bestätigt werden.

Als Reaktion auf die Angriffe nahmen die Regierungstruppen strategisch wichtige Oppositionshochburgen im Umland unter Beschuss. Laut syrischen Armeequellen seien die Streitkräfte in die Region um al-Ghuta al-Scharkija sowie in die Ortschaft Daraja im Südwesten vorgerückt. Aktivisten berichteten von einem massiven Einsatz von Militärhubschraubern.

In Ägyptens Hauptstadt forderte der Gipfel der Organisation für islamische Kooperation (OIC) ein Ende der Gewalt. Zudem riefen die 56 Mitgliedstaaten die Rebellen und die Regierung von Präsident Baschar al-Assad zu einem ernsthaften Dialog auf. Regime und Opposition müssten endlich an den Verhandlungstisch und den Weg für einen Übergangsprozess freimachen. Auf ein Gesprächsangebot des wichtigsten Oppositionsblocks hat Assads Regierung offiziell noch nicht reagiert.

Unterdessen warf der finnische Friedensnobelpreisträger Martti Ahtisaari dem UN-Sicherheitsrat im Syrien-Konflikt Versagen vor. Bis zum Sommer 2012 hätte es noch die Gelegenheit für einen echten Diskurs gegeben, sagte der frühere Präsident Finnlands der Deutschen Welle. Doch statt dass die fünf Vetomächte im UN-Sicherheitsrat ihre unterschiedlichen Ideen ausformuliert und sich dann ans Werk gemacht hätten, habe es nur öffentliche Schuldzuweisungen gegeben. Ahtisaari weiter: "Es ist äußerst schade, die internationale Gemeinschaft so inkompetent zu sehen."

max/dpa/AP

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insgesamt 49 Beiträge
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1. Syrien.
beblein 07.02.2013
Es ist noch nicht genug zertsoert! Um so besser wird die Hilfe fuer den Wiederaufbau!
2. Aktivisten
Werner655 07.02.2013
Zitat von sysopDie syrischen Rebellen forcieren den Kampf in und um Damaskus. Die Truppen rückten griffen Militärkontrollpunkte an und rückten weiter Richtung Stadtzentrum. Die syrische Armee antwortete mit massivem Einsatz von Militärhubschraubern gegen Oppositionshochburgen im Umland der Hauptstadt. Syrien: Rebellen suchen Entscheidungsschlacht in Damaskaus - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-rebellen-suchen-entscheidungsschlacht-in-damaskaus-a-882074.html)
Mehrfach wird von "Aktivisten" geschrieben. Würde mich interessieren, was nun diese Aktivisten tatsächlich sein sollen. Die Informationen der "Londoner Currywurst-Bude" werden eins zu eins übernommen. Bei den Informationen der Syrischen Behörde wird sofort angefügt, dass diese Informationen nicht überprüft werden können.
3.
seneca55 07.02.2013
Der Bürgerkrieg im Libanon dauerte von 1975-1993. Der Bürgerkrieg in Jugoslawien dauerte von 1991-99. Warum soll es dann eine Entscheidungsschlacht in Damaskus geben? Die Islamisten und Freien der Syr.Armee werden die alawitisch-drusischen Regimetreuen in Damaskus knacken, aber der Bürgerkrieg in Syrien ist doch bereits über das ganze Land verteilt und da gibt es Hochburgen der einen und dann Hochburgen der anderen. Jedenfalls scheint sich trotz Islamkonferenz in Kairo ein Glaubenskrieg unter den Islam-Sekten von Libanon bis Pakistan über 5.000 km ab zu zeichnen. Inschallah !
4. Hier wird
derknecht 07.02.2013
immer so berichtet als seien die Rebellen die Guten, welche nach Freiheit streben. Aber hier wird von ausländischen Gruppen ein Land angegriffen und wenn sich die Regierung wehrt dann wird kritisiert. Über das Vorgehen in der USA allein gegen Studentendemos wird da nur halb so kritisch berichtet. Aber hier wird die Hälfte(Wer die eigentlichen Rebellen sind) weggelassen und gegen Assad gehetzt damit die Amerikaner ihre nächste Ausgangsbasis gegen den Iran haben. Die Menschen vor Ort interessieren keinen aus den westlichen Regierungen. Sieht man ja in den letzten "befreiten" Ländern.
5. Aufhören
lebmah 07.02.2013
Das hören wir seit zwei Jahren ,das Herr Assad stürze wird,Anscheinend ist nichts passiert!Diese Propaganda lügen ,könnten langsam aufhören .Denn es wird langsam langweilig!!Mann kann der Opposition sowieso ,kein Wort glauben!!
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