Ost-Ghuta Rebellen beschießen angeblich Hilfskorridor

Hunderttausende Menschen sind im syrischen Ost-Ghuta eingeschlossen. Russland wirft den Rebellen jetzt vor, einen Korridor für Hilfslieferungen weiter zu beschießen.

Zerstörtes Ost-Ghuta
AFP

Zerstörtes Ost-Ghuta


Eine Hilfe für die Menschen in der syrischen Rebellen-Region Ost-Ghuta ist offenbar weiter schwierig. Rebellen würden den Korridor, der für die Uno und Hilfsorganisationen eingerichtet worden sei, weiter beschießen, zitierte die Agentur Tass den russischen Generalmajor Wladimir Solotuchin.

Zwar hätten viele Zivilisten darum gebeten, das Gebiet verlassen zu dürfen. Das Gebiet wird von Gegnern des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad kontrolliert.

Die Regierungen in Moskau und Damaskus hatten den Aufständischen schon am Mittwoch vorgeworfen, den Korridor zu beschießen, und erklärt, deshalb könnten keine Zivilisten aus Ost-Ghuta herauskommen. Die Aufständischen bestritten das und sagten, die Menschen hätten Angst vor Assad und harrten deshalb in dem Gebiet aus.

In der Region sind etwa 400.00 Menschen eingeschlossen. In den vergangenen Tagen gab es hunderte Tote bei der Bombardierung des Gebiets. Die syrische Armee bereitet nach eigenen Angaben mit dem Bombardement eine Bodenoffensive vor, um die letzte Rebellenbastion bei Damaskus einzunehmen.

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Russland steht im Syrien-Konflikt an der Seite Assads, hatte zuletzt aber für Ost-Ghuta eine tägliche Feuerpause von fünf Stunden sowie einen "humanitären Korridor" angekündigt. Über ihn sollen Zivilisten und Kranke in Sicherheit und Nahrungsmittel sowie medizinische Hilfsgüter in das Gebiet gebracht werden.

Am Donnerstag sollte erneut eine Feuerpause beginnen. Vertreter von Uno und Hilfsorganisationen halten das fünfstündige Zeitfenster aber für zu klein, um große Lieferungen mit dringend benötigten medizinischen Produkten und Nahrungsmitteln in die Region zu bringen.

Hilfskonvoi für 50.000 Syrer nach Afrin unterwegs

Ein Hilfskonvoi mit Vorräten für 50.000 Menschen ist derweil in die umkämpfte Region Afrin unterwegs. Es sei das erste Mal in diesem Jahr, dass ihre Organisation und der Syrische Rote Halbmond von allen Kriegsparteien die notwendigen Sicherheitsgarantien erhalten hätten, sagte eine Sprecherin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK). In Afrin geht die türkische Armee ohne Zustimmung der Regierung in Damaskus gegen die Kurdenmiliz YPG vor. Die Region ist derzeit neben Ost-Ghuta einer der größten Brennpunkte im syrischen Bürgerkrieg.

als/dpa/Reuters



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