Golanhöhen: Syriens Rebellen nehmen Uno-Blauhelme gefangen
Bewaffnete Kämpfer aus Syrien haben 21 Uno-Beobachter auf den Golanhöhen gefangen genommen. Dies teilten die Vereinten Nationen in New York mit. Die Rebellen wollen mit der Aktion offenbar einen Rückzug der Regierungstruppen erzwingen.
Damaskus - Syrische Rebellen haben nach Angaben aus eigenen Reihen 21 Uno-Blauhelmsoldaten als Geiseln genommen. Die Beobachter der Vereinten Nationen seien in der südlichen Provinz Daraa gefangen genommen worden, sagte ein Sprecher der in Großbritannien ansässigen Organisation syrischer Menschenrechtsbeobachter. Ein Video zeige die Rebellen in Daraa. Sie wollten ihre Geiseln erst freilassen, wenn sich die Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad aus der Region zurückgezogen hätten.
Die Uno bestätigte die Angaben. Rund 30 Kämpfer hätten die Beobachter gestoppt und in ihre Gewalt gebracht, teilten die Vereinten Nationen in New York mit. Die Uno-Beobachtermission habe ein Team losgeschickt, um die Situation zu bewerten und eine Lösung zu finden.
Die Uno machte keine Angaben zur Nationalität der gefangengenommenen Beobachter, die sich auf einer "regulären Nachschubmission" befunden hätten. Nach Angaben der syrischen Opposition soll es sich aber um Uno-Mitarbeiter von den Philippinen handeln. In den vergangenen Wochen waren mehrfach Geschosse aus Syrien auf den von Israel besetzten Golanhöhen eingeschlagen.
Der UN-Sicherheitsrat hat nach der Geiselnahme kurzfristig eine Sondersitzung einberufen. Er forderte die sofortige Freilassung der UN-Blauhelmsoldaten. Der Rat verurteile die Geiselnahme scharf, sagte der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin in New York.
Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die sofortige Freilassung gefordert. In einer am Mittwoch in New York veröffentlichten Pressemitteilung verurteilte Ban die Geiselnahme. Seinen Angaben zufolge handelt es sich um 21 Geiseln. Die genaue Zahl der gefangen genommenen Blauhelmsoldaten war zuvor unklar gewesen.
Die Soldaten gehören der UNDOF-Mission an, die seit den 1970er Jahren eine syrisch-israelische Waffenruhe auf den Golan-Höhen überwacht. "Sie sind unbewaffnet und haben mit dem derzeitigen Konflikt in Syrien nichts zu tun", sagte Tschurkin. "Das ist eine schwerwiegende Missachtung der UN. Anscheinend wollen einige Gruppen derzeit unbedingt die geografischen Grenzen des Syrien-Konflikts ausweiten."
In dem arabischen Land herrscht ein blutiger Konflikt. Präsident Baschar al-Assad versucht seit zwei Jahren, einen Aufstand gegen seine Herrschaft niederzuschlagen. Zehntausende Menschen sind getötet worden. Nach Uno-Angaben kamen bereits rund 70.000 Menschen in Syrien ums Leben. Die Zahl der Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien ist laut Vereinter Nationen auf eine Million gestiegen. Das Land steuere auf eine "absolute Katastrophe zu", erklärte Uno-Flüchtlingshochkommissar António Guterres in Genf.
wit/dpa/AFP
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