Syrien Rebellen werfen Assad Bruch von Waffenruhe vor

Nicht mal eine Woche ist die vereinbarte Feuerpause in Syrien alt. Nun beklagt eine Rebellengruppe den Einsatz von Fassbomben durch das Regime von Machthaber Baschar al-Assad.

Zerstörte Häuser in Homs
AP/dpa

Zerstörte Häuser in Homs


Die Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad brechen nach Angaben von Rebellen die seit Samstag geltende Waffenruhe, um sich militärische Vorteile zu verschaffen. "Es gibt gravierende Verstöße des Regimes und Besetzung von Gebieten", sagte der Chef des politischen Arms der Rebellengruppe Dschaisch al-Islam, Mohamad Allusch, am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Regierungstruppen würden bei ihren Angriffen Flugzeuge und Fassbomben einsetzen und strategisch wichtige Orte besetzen. Zudem würden die Truppen Assads einen großen Teil der Konvois mit Hilfsgütern nicht in Rebellengebiete passieren lassen.

Die Waffenruhe soll die Voraussetzungen für Friedensgespräche zwischen den vergleichbar moderaten Rebellengruppen und der Regierung Assads schaffen. Allusch zählt zu dem Komitee der Rebellen, die mit Vertretern der Regierung verhandeln sollen. Die Vereinten Nationen gaben sich am Donnerstag optimistisch, dass es zu der für 9. März geplanten Fortsetzung der Gespräche kommen könne.

Feuerpause gilt nicht für die IS-Miliz und Nusra-Front

Die auf eine US-russische Initiative hin vereinbarte Feuerpause gilt ausdrücklich nicht für die radikalislamische IS-Miliz und den Qaida-Ableger Nusra-Front. Diese Gruppen dürfen weiter angegriffen werden. Russland unterstützt im Syrienkonflikt seit mehreren Monaten die Regierungstruppen mit Luftangriffen.

Assad hatte vor Kurzem die Waffenruhe als Hoffnungsschimmer für sein Land bezeichnet. "Wir werden das Unsrige tun, damit das Ganze funktioniert", hatte Syriens Präsident in einem ARD-Interview gesagt. Zugleich warf er seinen Gegnern vor, die Feuerpause zu verletzen. Dennoch hätten seine Streitkräfte darauf nicht reagiert, um der Vereinbarung eine Chance zu geben, hatte er in dem Interview syrischen Staatsmedien zufolge gesagt.

msc/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.