Syrien Letzte Rebellenmiliz stimmt Abzug aus Ost-Ghuta zu

In Syrien kontrolliert Machthaber Assad erstmals seit 2012 wieder die gesamte Region um die Hauptstadt Damaskus. Die letzten islamistischen Kämpfer, die in Ost-Ghuta noch Stellungen hielten, gaben auf.

Syrische Regierungstruppen in Ost-Ghuta
AFP

Syrische Regierungstruppen in Ost-Ghuta


Syriens Machthaber Baschar al-Assad festigt seine Kontrolle über Ost-Ghuta. In der umkämpften syrischen Region hat auch die letzte Rebellengruppe Aktivisten zufolge einem Abzug zugestimmt.

Die islamistische Miliz Dschaisch al-Islam und russische Unterhändler einigten sich darauf, dass die oppositionellen Kämpfer aus der Stadt Duma in den Norden des Landes gebracht werden, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte* meldete. In Duma soll dann die russische Militärpolizei Stellung beziehen.

Nach Angaben der syrischen Regierungszeitung "Al-Watan" sieht die Vereinbarung auch vor, dass die Rebellen vor dem Abzug ihre schweren Waffen niederlegen. Damit erhielte Syriens Armee auch das letzte Gebiet Ost-Ghutas zurück, das bislang noch von Rebellen beherrscht wurde.

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Nach dem Abzug von Dschaisch al-Islam wird die Regierung erstmals seit 2012 wieder die gesamte Region nahe der Hauptstadt Damaskus kontrollieren. Zuvor hatte es bereits eine Einigung über den Abzug von Zivilisten aus Duma gegeben.

Ost-Ghuta hatte in den vergangenen Wochen die heftigste Angriffswelle seit Beginn des Bürgerkriegs vor mehr als sieben Jahren erlebt. Nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter kamen bei den von der russischen Luftwaffe unterstützten Angriffen mehr als 1600 Menschen ums Leben. Große Teile Ost-Ghutas sind zerstört. Mehr als 130.000 Menschen flohen aus der Region.

*Die Angaben der Beobachtungsstelle mit Sitz in London können von unabhängiger Seite kaum überprüft werden, haben sich in der Vergangenheit aber häufig als zuverlässig erwiesen.

Ost-Ghuta: Drohnenaufnahmen zeigen Ausmaß der Zerstörung

REUTERS

jpz/dpa/AFP



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